Hochrechnungen zufolge wird in Deutschland im Jahr 2050 jeder Dritte 65 Jahre und älter sein. Der Entwicklung neuer Methoden zur Prävention, Diagnose und Therapie von klassischen Alterserkrankungen wie der Demenz, von Schlaganfällen, Herz-Kreislauf- Erkrankungen und nicht zuletzt von zahlreichen Krebserkrankungen kommt daher eine hohe Bedeutung zu. Genauso muss der Bekämpfung von Volkskrankheiten wie Diabetes, Infektions- und Lungenerkrankungen in der Forschungspolitik ein überaus hoher Stellenwert beigemessen werden. Allein an Diabetes erkranken 270.000 Menschen in Deutschland pro Jahr neu. An Krankenhausinfektionen sterben pro Jahr 10.000 bis 20.000 Menschen in unserem Land. Erkrankungen der Atemwege verursachen statistisch jeden achten Todesfall.

Außeruniversitäre Gesundheitsforschung in Deutschland braucht Universitäten und Universitätsklinika, um Ergebnisse aus der Grundlagenforschung in klinischen Studien zu validieren und gegebenenfalls weiterzuentwickeln. Dabei erfolgte die Zusammenarbeit bisher primär auf lokaler und regionaler Ebene. Die klinische Forschung in Deutschland ist zudem stark fragmentiert. Es dauert immer noch bis zu 15 Jahre, bis ein neues Medikament in der medizinischen Praxis ankommt.

Deshalb ist die Beschleunigung der Translation zum Wohl der Patientinnen und Patienten das Hauptziel der Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung. Dabei verfolgen sie einen in der deutschen Forschungsgeschichte einzigartigen Ansatz, bei dem die Exzellenz einzelner, bereits etablierter und renommierter Einrichtungen der universitären und außeruniversitären Forschung an unterschiedlichen Standorten in einer übergreifenden Institution gebündelt wird. Für Aufbau und Etablierung der Deutschen Zentren stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bis 2015 rund 700 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung werden sich in einer Gesamtschau zum ersten Mal auf dem diesjährigen Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit am 14. und 15. Juni 2012 in Berlin vorstellen. Die Deutschen Zentren für Diabetesforschung und Neurodegenerative Erkrankungen werden aktuelle wissenschaftliche Fortschritte ihrer jeweiligen Einrichtungen präsentieren.

Staatssekretär Dr. Helge Braun, MdB
Parlamentarischer Staatssekretär bei der
Bundesministerin für Bildung und Forschung