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    • 22.06.2017 - Hauptstadtkongress: Das Davos der Gesundheitswirtschaft ist in Berlin

      Der zwanzigste Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit ist am heute Nachmittag zu Ende gegangen. Mit 8.250 Besuchern aus allen Bereichen des deutschen Gesundheitswesens hat der Jubiläumskongress einen Besucherrekord aufgestellt.

      Drei Monate vor der Bundestagswahl wurde der Kongress, der unter dem Motto “Qualität und nachhaltige Finanzierung” stand, von intensiven Debatten über die Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung geprägt, in denen gegensätzliche Ziele innerhalb der Großen Koalition deutlich wurden: 

      Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Hilde Mattheis, kündigte an: „Wir wollen die Weichen stellen, für eine Bürgerversicherung.“ Maria Michalk von der CDU sprach sich für einen Fortbestand der privaten Krankenversicherung (PKV) aus: „Die CDU/CSU-Fraktion ist die einzige, die an der Dualität festhält. Wir brauchen diesen Wettbewerb.“

      Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hatte der Bürgerversicherung bereits zuvor, beim Auftakt des Kongresses, eine Absage erteilt: “Das einzig Gute an der Bürgerversicherung ist der Name”, so Gröhe. Der Minister hob hervor, dass die PKV oft sehr schnell medizinische Innovationen aufgenommen habe und damit auch die Gesetzliche Krankenversicherung “unter Druck gesetzt” habe.

      Als dringend notwendig bezeichneten es die gesundheitspolitischen Sprecherinnen aller vier Bundestagsfraktionen, dass sich die Politik in der kommenden Legislaturperiode der Verbesserung sektorübergreifender Versorgung annehme. Wenn man dies erreichen wolle, seien die Akteure des Gesundheitswesens allerdings wie „ein Bollwerk, gegen das man angehen muss”, kritisierte Hilde Mattheis (SPD).

      Einigkeit herrschte auf dem Hauptstadtkongress auch darüber, dass nach der Bundestagswahl eine Neujustierung des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs geben müsse. Um den Morbi-RSA weniger anfällig für Manipulationen zu gestalten, schlug die CDU-Bundestagsabgeordnete Karin Maag vor, dass ambulante Diagnosen künftig nicht mehr berücksichtigt werden sollten. Die Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen, Ulrike Elsner, erhob die Forderung, dass nicht nur die Morbidität der Versicherten Kriterium für die Zuweisung von Geldern aus dem Gesundheitsfonds sein dürfen, sondern vielmehr auch die Ausgeben jeder Krankenkasse für Prävention.

      Ein Schwerpunkt des Kongresses war auch die Krankenhauspolitik. Staatssekretär Jens Spahn aus dem Bundesfinanzministerium bezeichnete die ungelösten Probleme des Krankenhaussektors als größtes Problem des deutschen Gesundheitswesens. Er wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Bundesländer nach wie vor ihren Verpflichtungen zur Finanzierung von Investitionen nicht ausreichend nachkämen.

      Der Hessische Gesundheitsminister Stefan Grüttner erklärte, nach der Krankenhausreform gelte es nun, „die Qualität und Patientengerechtigkeit noch weiter zu verbessern.” Grüttner kündigt an, Hessen werde daher “eigene und erweiterte Kriterien in den Krankenhausplan zur Notfallversorgung aufnehmen.“

      Der auf dem Hauptstadtkongress vorgestellte Krankenhaus Rating Report 2017 kommt zu dem Ergebnis, dass sich die wirtschaftliche Lage deutscher Krankenhäuser wieder leicht verschlechtert habe. Lag die Anzahl der Krankenhäuser mit erhöhtem Insolvenzrisiko im Jahr 2014 noch bei 8,6 Prozent, stieg sie in 2015, dem Untersuchungszeitraum des aktuellen Reports, auf 9,1 Prozent. Die Krankenhausstrukturen seien, so Prof. Dr. Boris Augurzky vom RWI Leibnitz-Institut für Wirtschaftsforschung, nach wie vor in einigen Regionen ungünstig, es gebe zu viele kleine Einrichtungen, eine zu hohe Krankenhausdichte und zu wenig Spezialisierung. Allerdings habe der von 2016 bis 2018 eingesetzte Strukturfonds bereits eine gewisse Dynamik zur Optimierung entfacht und werde gut angenommen. „Es sollte grundsätzlich darüber nachgedacht werden, den Strukturfonds über das Jahr 2018 hinaus fortzuführen“, empfiehlt Augurzky.

      Eine der herausragenden Veranstaltungen des im Rahmen des Hauptstadtkongresses stattfindenden Deutschen Ärzteforums war der Auftritt des Robotik-Pioniers Prof. Dr. Gordon Cheng. Cheng ist einer der weltweit führenden Köpfe in der Entwicklung neurosensitiver Roboter, die unter dem Schlagwort “Brain-to-Robot” für Furore sorgen. Eines seiner Projekte heißt “Walk again Project”: Querschnittsgelähmte lernen dabei zunächst, sich mithilfe eines sogenannten Exoskeletts, einer Art maschinell gesteuerten Overall, fortzubewegen. Das Exoskelett ist innen mit viel Sensorik ausgestattet, um möglichst viele trotz der Lähmung noch verbliebene Bewegungssignale abzufangen und in Bewegung umzusetzen. Das Erstaunliche: Nach ein paar Monaten Training beginnt der Querschnittsgelähmte in gewissem Maße Bewegungen  wieder wahrzunehmen und sogar zu steuern. „Verantwortlich dafür ist vermutlich die sogenannte neuronale Plastizität. Das beschreibt die Fähigkeit des Gehirns, sich neu zu organisieren”, erklärte Cheng auf dem Hauptstadtkongress.

      Der Deutsche Pflegekongress, ebenfalls Teil des Hauptstadtkongresses, stand unter dem Eindruck der intensiven Gesetzgebung, mit der die Bundesregierung dem Pflegenotstand entgegentreten will. Peter Bechtel, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Pflegemanagement und zugleich Pflegedirektor am Universitäts-Herzzentrum Freiburg, warnte vor einer mangelhaften Umsetzung der von der Großen Koalition beschlossenen Personaluntergrenzen, die im kommenden Monat in ein Gesetz gegossen werden sollen: “Aus Personaluntergrenzen können schnell Personalobergrenzen werden, die dann keine Luft mehr für zusätzliches Personal lassen”, so Bechtel.

      Der Präsident der rheinland-pfälzischen Pflegekammer, Markus Mai, sprach sich für eine stärkere politische Interessenvertretung für die Pflegeberufe aus. Nachdem es nun bereits in drei Bundesländern Pflegekammern gebe, müsse die Pflege auch auf Bundesebene eine starke Vertretung erhalten. „Das kann nur die Bundespflegekammer sein“, so Mai.

      Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit 2018 findet vom 6. bis 8. Juni 2018 statt.

    • 21.06.2017 - Krankenhaus Rating Report 2017: Strukturfonds bringt Dynamik in deutsche Krankenhauslandschaft

      Die wirtschaftliche Lage deutscher Krankenhäuser war im Jahr 2015 ein wenig  schlechter als im Vorjahr. 9 Prozent lagen im „roten Bereich“ mit erhöhter Insolvenzgefahr, die Ertragslage blieb praktisch unverändert. Der Krankenhausstrukturfonds hat bereits eine gewisse Dynamik zur Strukturoptimierung entfacht und wird gut angenommen. Bei nachweislich guten Ergebnissen sollte er über das Jahr 2018 hinaus fortgesetzt werden. Innovationen im Bereich der Digitalisierung und Robotik könnten helfen, den demografischen Wandel zu bewältigen und mit weniger werdendem Fachpersonal steigende Patientenzahlen zu versorgen. Zu diesen und vielen weiteren Ergebnissen kommt die dreizehnte Ausgabe des „Krankenhaus Rating Report“, der heute im Rahmen des „Hauptstadtkongress 2017 – Medizin und Gesundheit“ in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Er wurde gemeinsam vom RWI und der Institute for Healthcare Business GmbH (hcb) in Kooperation mit Deloitte erstellt.

      Die wirtschaftliche Lage deutscher Krankenhäuser hat sich im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr nur leicht verschlechtert. Sie war besser als 2012, das in jüngster Vergangenheit das schlechteste Jahr für Krankenhäuser war. 9 Prozent befanden sich 2015 im „roten Bereich“ mit erhöhter Insolvenzgefahr, 12 Prozent im „gelben“ und 79 Prozent im „grünen Bereich“. Ihre Ertragslage blieb praktisch unverändert, auf Konzernebene schrieben 21 Prozent der Krankenhäuser einen Jahresverlust. Im Jahr 2015 waren zudem 63 Prozent der Kliniken investitionsfähig. Die Kapitalausstattung der Krankenhäuser ist jedoch noch immer unzureichend. Ihr jährlicher Investitionsbedarf (ohne Universitätskliniken) beläuft sich auf mindestens 5,4 Milliarden Euro. Da die Bundesländer im Jahr 2015 Fördermittel in Höhe von 2,8 Milliarden Euro zur Verfügung stellten, ergibt sich eine jährliche Förderlücke von mindestens 2,6 Milliarden Euro. Bezieht man den über die Jahre aufgebauten Investitionsstau ein, ist sie sogar noch höher.

      Zu diesen Ergebnissen kommt der dreizehnte „Krankenhaus Rating Report“, den das RWI und die Institute for Healthcare Business GmbH (hcb) in Kooperation mit Deloitte erstellt haben und dessen Ergebnisse im Rahmen des „Hauptstadtkongress 2017 – Medizin und Gesundheit“ in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Der Report basiert auf einer Stichprobe von 506 Jahresabschlüssen aus dem Jahr 2014 und 201 Abschlüssen auf dem Jahr 2015. Sie umfassen insgesamt 877 Krankenhäuser. 

      Krankenhausstrukturfonds wird gut angenommen

      In den ostdeutschen Bundesländern war die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser auch im Jahr 2015 wieder am besten. Am schwierigsten war sie in Bayern, Niedersachsen/ Bremen, Hessen und Baden-Württemberg. Die Krankenhausstrukturen sind nach wie vor in einigen Regionen ungünstig, es gibt zu viele kleine Einrichtungen, eine zu hohe Krankenhausdichte und zu wenig Spezialisierung. Allerdings hat der von 2016 bis 2018 eingesetzte Krankenhausstrukturfonds bereits eine gewisse Dynamik zur Strukturoptimierung entfacht und wird gut angenommen. Insgesamt entfallen 75 Prozent des Antragsvolumens auf Konzentrationsmaßnahmen und 22 Prozent auf Kapazitätsabbau. 

      „Es sollte grundsätzlich darüber nachgedacht werden, den Strukturfonds über das Jahr 2018 hinaus fortzuführen“, empfiehlt Prof. Dr. Boris Augurzky, Leiter des RWI-Kompetenzbereichs „Gesundheit“. Allerdings seien die eingebrachten Anträge noch genauer zu evaluieren. Um eine ideale Krankenhausstruktur zu erreichen, sind insgesamt voraus-sichtlich rund 12 Milliarden Euro Investitionsmittel nötig. Bei einer Fortführung sollten die Mittel jedoch idealerweise aus Steuermitteln des Bundes mit Ko-Finanzierung der Länder kommen. Krankenhausträger sollten Anträge stellen können und die Verteilung der Mittel sollte nach einem bundesweit einheitlichen Kriterienkatalog erfolgen.

      Erstmals weniger als 500 000 Betten in deutschen Krankenhäusern

      Die Krankenhauskapazitäten haben sich gegenüber dem Vorjahr nur wenig verändert. Allerdings fiel die Zahl der Betten erstmals unter 500 000. Die Zahl der Krankenhäuser verringerte sich um 1,2 Prozent auf 1 956. Die durchschnittliche Verweildauer der Patientinnen und Patienten sank weiter auf 7,3 Tage. Das gesamte Leistungsvolumen (Casemixvolumen) der Krankenhäuser stieg 2015 um 1,5 Prozent, die Zahl der Kranken-hausfälle nahm um 0,5 Prozent zu. Am stärksten stiegen die Fallzahlen zwischen 2012 und 2014 in mittelgroßen Krankenhäusern, in freigemeinnütziger Trägerschaft, in städtischen Gebieten und in Krankenhäusern mit höherer Patientenzufriedenheit.

      Lohnniveaus variieren auf regionaler Ebene

      Erstmals werden im „Krankenhaus Rating Report 2017“ Jahresabschlüsse aus den Jahren 2007 bis 2015 aufbereitet und auf diese Weise länger laufende Zeitreihen abgebildet. Dadurch können bereits entdeckte Zusammenhänge weiter statistisch untermauert werden. So bestätigt sich das gute Rating der ostdeutschen Kliniken und der größeren Krankenhäuser. Auch Kliniken in freigemeinnütziger und privater Trägerschaft schneiden signifikant besser ab als öffentlich-rechtliche und ein hoher Grad an Spezialisierung ist vorteilhaft sowohl für die wirtschaftliche Lage als auch für die Patientenzufriedenheit. Die Ländlichkeit alleine hat hingegen keinen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage. Interessanterweise schneiden Krankenhäuser, die an der Kalkulation der Fallpauschalen teilnehmen (sog. InEK-Kalkulationshäuser), leicht besser ab als andere.

      In einer Sonderanalyse werden zudem gezielt die bundeslandspezifischen Unterschiede im Lohnniveau untersucht. Es zeigt sich, dass das Lohnniveau der medizinischen Dienste zwischen 10 Prozent unter und 5 Prozent über dem Bundesdurchschnitt variiert. Dabei fällt die Variation im Ärztlichen Dienst deutlich geringer aus als im Pflege-, medizinisch-technischen und Funktionsdienst, wo der Arbeitsmarkt lokaler geprägt ist. So lag beispielsweise das Lohnniveau in den medizinischen Diensten in Baden-Württemberg im Jahr 2015 3,4 Prozent über dem Bundesdurchschnitt – und nach Bereinigung landes-spezifischer Faktoren immer noch um 1,8 Prozent darüber.

      Mit Digitalisierung dem demografischen Wandel begegnen

      In den nächsten Jahren sind die geodemografische Entwicklung und die steigende Innovationsdichte zwei zentrale Trends in der Gesundheitsversorgung. Die Alterung der Gesellschaft wird zu mehr Patienten und überproportional steigenden Gesundheits-ausgaben führen. Zudem sinkt mit der Zahl der jüngeren Menschen die der Erwerbspersonen. Als Folge dürfte die Finanzierungslücke in der Gesetzlichen Krankenversicherung wachsen. Darüber hinaus wird die Zahl der Fachkräfte in allen Branchen sinken. Daher dürften die Lohnkosten stärker steigen als die Preise für Gesundheitsleistungen.

      Um der zunehmenden Alterung der Gesellschaft entgegenzuwirken, sollte erstens die Nachfrage pro Kopf reduziert werden, beispielsweise durch Prävention, eine effektivere Patientensteuerung, mehr Versorgungsforschung und entsprechenden Anpassungen am Vergütungssystem. Zweitens sollte die Produktivität weiter gesteigert werden, zum Beispiel indem Strukturoptimierungen fortgeführt und integrierte Gesundheitszentren gebildet werden. Darüber hinaus sollten effizienzsteigernde Innovationen einen guten Zugang zum Gesundheitswesen erhalten und Investitionsmittel für effizienzsteigernde Maßnahme zur Verfügung gestellt werden. Besonders eine elektronische Patientenakte könnte sowohl nachfragemindernde als auch produktivitätssteigernde Effekte haben. Trotzdem dürften drittens mehr personelle und finanzielle Ressourcen benötigt werden. Hier könnte ein Zuwanderungsgesetz unterstützend wirken. Zudem gilt es, neue Berufsbilder zu schaffen, um die anstehenden Herausforderungen meistern zu können. Daneben sollte die Attraktivität des Pflegeberufs erhöht werden, beispielsweise durch attraktive Karrierepfade. 

      Zusammenfassend sollte eine Gesundheitsagenda 2025 für die nächsten zwei Legislaturperioden folgende Ziele verfolgen: eine nationale Modernisierungsstrategie (darunter Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Robotik, Assistenzsysteme, elektronische Patientenakte, Fernbehandlung), die Stärkung der sektorenübergreifenden Versorgung (insbesondere in der Notfallversorgung), die Sicherung des Fachkräfteangebots für das Gesundheitswesen, eine höhere Priorität für Investitionen und die Förderung der Souveränität und Eigenverantwortlichkeit der Patienten.

      Dieser Pressemitteilung liegt die Studie "Krankenhaus Rating Report 2017: Strukturfonds – beginnt jetzt die große Konsolidierung?" zugrunde. Sie enthält unter anderem zahlreiche grafisch aufbereitete Darstellungen und Krankenhausbenchmarks. Die Studie kann für 349,99 Euro inkl. 7% MwSt. beim Verlag medhochzwei (www.medhochzwei-verlag.de) bestellt werden (Buch inklusive eBook, 978-3-86216-356-4; als Jahresband im Abonnement für 324,99 Euro). Sie ist auch als reines eBook erhältlich (297,99 Euro, ISBN 978-3-86216-357-1). Sämtliche Grafiken und Tabellen sind separat auf einer Foliensatz-CD verfügbar (898,00 Euro, ISBN 978-3-86216-358-8).

    • 20.06.2017 - „HerzEffekt MV“: Leuchtturmprojekt aus Rostock bundesweites Vorbild

      Die Medizin kommt jetzt zum Patienten. Das ist der Kerngedanke von „HerzEffekt MV“. Anfang dieses Jahres ist an der Universitätsmedizin Rostock das Leuchtturm-Projekt ins Rollen gekommen, das deutschlandweit seinesgleichen sucht. Auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit in Berlin sprach der wissenschaftliche Leiter des Managementkongresses KKR, Prof. Heinz Lohmann mit dem Vorstandsvorsitzenden der Universitätsmedizin Rostock, Prof. Dr. Christian Schmidt, und dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Philips GmbH, Peter Vullinghs über den aktuellen Stand des Vorhabens und die nächsten Schritte. 

      Knapp 14 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) wurden dem Projekt „HerzEffekt MV“ zugesprochen, das eine effizientere Versorgung chronisch herzkranker Patienten auch in abgelegenen Gebieten des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern ermöglichen will. „Damit unternimmt die Unimedizin Rostock einen großen Schritt Richtung digitale Zukunft in MV“, sagt Unimedizin-Vorstand Prof. Dr. Christian Schmidt. Das Projekt setzt die Klinik mit ihren Partnern Philips sowie den Krankenkassen AOK Nordost und Techniker Krankenkasse um. Der Verbund setzt dabei auf Telemedizin und innovative Technologien. 

      Dafür entsteht derzeit ein sektorenübergreifendes Zentrum: Patienten erhalten auf freiwilliger Basis und je nach Erkrankung Blutdruck-Messgeräte, Körperwaagen und Aktivitätsmesser, deren Werte über ein mobiles Gerät an das Care-Center in Rostock gesendet werden – das Herzstück des Kooperationsprojekts. Anhand der klinischen Befunde und Daten wird dort durch medizinisches Personal entschieden, ob alles in Ordnung oder eine weitere Behandlung für den Patienten notwendig ist. 

      Die Erfahrungen aus dem Projekt werden wissenschaftlich erfasst und ausgewertet. An der Studie teilnehmen können Patienten mit diagnostizierter Herzschwäche, Vorhof-flimmern oder einem schlecht behandelbaren Bluthochdruck. Je nach Zuordnung kommen auch Patienten in eine Kontrollgruppe. Sie erhalten keine elektronischen Geräte; eine umfassende medizinische Behandlung mit Untersuchungen zu Beginn sowie nach sechs und zwölf Monaten ist ihnen aber sicher. „Beide Gruppen werden von der Teilnahme profitieren“, so Schmidt. 

      Die digitale Plattform für die eingehenden Daten entwickelt Philips. „Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und der steigenden Zahl von Menschen mit chronischen Erkrankungen ist es unumgänglich, neue Wege in der Versorgung zu gehen. HerzEffekt MV ist ein großartiges Beispiel dafür, wie digitale Lösungen dazu beitragen, Gesundheit und Lebensqualität von Patienten zu erhalten“, sagt Peter Vullinghs, CEO Philips DACH und Market Leader Health Systems. 

      Das Großprojekt sei auf drei Jahre angelegt und könne die Blaupause für die Top-Versorgung auch in anderen ländlichen Regionen Deutschlands bilden, sagt Unimedizin-Vorstand Schmidt. 

      „Die Digitalisierung macht’s möglich: Krankenhäuser, Ärzte und viele weitere Gesundheitsanbieter können jetzt im Interesse der Patienten besser miteinander kommunizieren und eine durchgängige Behandlung anbieten. Technik ist nicht patientenfeindlich, sondern hilft, deren Erwartungen zu erfüllen“, resümierte Gesundheitsunternehmer Lohmann. 

      Die wirtschaftliche Lage deutscher Krankenhäuser hat sich im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr nur leicht verschlechtert. Sie war besser als 2012, das in jüngster Vergangenheit das schlechteste Jahr für Krankenhäuser war. 9 Prozent befanden sich 2015 im „roten Bereich“ mit erhöhter Insolvenzgefahr, 12 Prozent im „gelben“ und 79 Prozent im „grünen Bereich“. Ihre Ertragslage blieb praktisch unverändert, auf Konzernebene schrieben 21 Prozent der Krankenhäuser einen Jahresverlust. Im Jahr 2015 waren zudem 63 Prozent der Kliniken investitionsfähig. Die Kapitalausstattung der Krankenhäuser ist jedoch noch immer unzureichend. Ihr jährlicher Investitionsbedarf (ohne Universitätskliniken) beläuft sich auf mindestens 5,4 Milliarden Euro. Da die Bundesländer im Jahr 2015 Fördermittel in Höhe von 2,8 Milliarden Euro zur Verfügung stellten, ergibt sich eine jährliche Förderlücke von mindestens 2,6 Milliarden Euro. Bezieht man den über die Jahre aufgebauten Investitionsstau ein, ist sie sogar noch höher.

      Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit ist mit mehr als 8.000 Entscheidern aus Gesundheitswirtschaft und Politik die jährliche Leitveranstaltung der Branche. Der 20. Hauptstadtkongress findet vom 20. bis 22. Juni 2017 im CityCube Berlin statt.

    • 20.06.2017 - Hoffnung für Querschnittgelähmte: Wie Neuroengineering in der Robotik hilft, schwere Nervenschädigungen zu kompensieren

      Es ist auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Kombination: Robotik-Ingenieure arbeiten mit Neurowissenschaftlern zusammen, um neue Behandlungsmethoden für Querschnitt-gelähmte zu entwickeln. Das „Walk Again Project“ einer internationalen Forschergruppe macht Hoffnung, dass es Wege gibt, Lähmung zumindest teilweise wirkungsvoll zu über-winden. Die Patienten dieses Projekts gewannen nicht nur ein gewisses Maß an Kontrolle über ihre Beine zurück, sondern auch Teile ihres mit der Rückenmarkverletzung verlorenen Gefühls. Einer der führenden Köpfe bei dieser Pionierarbeit ist dabei Prof. Gordon Cheng, Leiter des Lehrstuhls für Kognitive Systeme an der Technischen Universität München (TUM). 

      Die Bilder gingen um die Welt, erreichten ein Milliarden-Publikum vor den TV-Geräten: Den Anstoß der Fußball-WM 2014 in Brasilien übernahm ein querschnittgelähmter Mann in einem Roboteranzug, einem sogenannten Exoskelett, das er mit der Kraft seiner Gedanken steuerte. Ein von Hirnströmen ausgelöster Nervenbefehl wurde von Elektroden aufgefangen. Ein Computer setzte das dann in Steuerungsbefehle für die Motoren des Exoskeletts um. Für die dann ausgelöste Kickbewegung war allerdings ein monatelanges Training erforderlich. 

      Eine Schlüsselrolle spielte dabei die taktile Rückmeldung an den Patienten –auch dank einer künstlichen Haut, die Prof. Cheng entwickelt hat. Sie besteht aus in Wabenform angeordneten Hochleistungs-Mikroprozessoren mit Sensoren, die Druck, Vibration, Temperatur, Bewegung und Berührungsnähe im dreidimensionalen Raum erfassen. Die künstliche Haut wird in die Sohle des Exoskeletts integriert. Die Bewegungen des Fußes, der Druck beim Aufsetzen des Fußes werden in ganz bestimmte Vibrationen umgewandelt, die der Patient dank kleiner Motoren, die in einer Manschette montiert sind, am Oberarm spürt. Das Erstaunliche: Nach ein paar Monaten Training verbindet das Gehirn diese Vibrationen wieder mit den Bewegungen von Bein und Fuß, die Patienten nehmen die Bewegungen des Exoskeletts als Schritte wahr. 

      „Verantwortlich dafür ist vermutlich die sogenannte neuronale Plastizität. Das beschreibt die Fähigkeit des Gehirns, sich neu zu organisieren. Mit dem entsprechenden Training können neue Vernetzungen im Gehirn erzeugt werden“ erklärt Prof. Cheng die Auswirkungen des taktilen Feedbacks. Er ist überzeugt: „Das Gehirn hat genügend Möglichkeiten, um bei entsprechendem Training neuronale Schädigungen, wie sie etwa auch bei Multipler Sklerose und anderen neuronalen Erkrankungen vorkommen, zu kompensieren.“ Der Patient könne lernen, Roboterbeine und -füße in sein eigenes Körperschema integrieren. 

      Weitere Erkenntnisse soll deshalb die Erforschung von entzündlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems bringen. Dafür arbeitet Prof. Cheng mit Wissenschaftlern am Klinikum rechts der Isar in München zusammen. Cheng ist überzeugt, dass Ingenieur- und Neurowissenschaften viel voneinander lernen können. An der TUM wurde deshalb jetzt auch der Elitestudiengang Neuroengineering etabliert. 

      „Die Vernetzung neuer Hirnareale mittels Neurofeedback ist ein medizinisch äußerst spannender Ansatz, von dem hoffentlich eines Tages viele Patienten mit Querschnittlähmung und Erkrankungen des zentralen Nervensystems profitieren können. Wir werden die weitere Entwicklung sicher auch im Rahmen des Hauptstadtkongresses weiter verfolgen“, so Prof. Axel Ekkernkamp, Wissenschaftlicher Leiter des Ärzteforums beim Hauptstadtkongress und Ärztlicher Direktor sowie Geschäftsführer des BG Klinikums Unfallkrankenhaus Berlin.

    • 20.06.2017 - Gröhe fordert "Mannschaftsleistung" vom deutschen Gesundheitswesen

      Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat die Leistungserbringer im deutschen Gesundheitswesen aufgerufen, intensiver zu kooperieren. Das Gesundheitswesen müsse sich daran orientieren, „dass aus den vielen, guten, ja Spitzenleistungen des deutschen Gesundheitswesens eine Mannschaftleistung wird“, so Gröhe heute in seiner Eröffnungsrede auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit in Berlin. Der Minister betonte, alle Gesetze der ablaufenden Legislaturperiode hätten im Kern der Vernetzung gedient. So sei der mit dem Versorgungsstärkungsgesetz eingerichtete Innovationsfonds geschaffen worden, „damit statt Mauern Brücken zwischen den Sektoren gebaut werden.“ Ziel sei „Vernetzung durch sektorübergreifende Versorgung.“

      Aber auch die Zusammenarbeit zwischen Maximal- und Regelversorgern, also Spezialkliniken und regionalen Krankenhäusern, gehöre dazu. Durch digitale Vernetzung müsse künftig jeder Regelversorger in der Lage sein, das Wissen der Spitzenmedizin von einem Maximalversorger abzurufen, wobei  „dann dank Telemedizin egal ist, wie weit er entfernt ist.“ Gröhe kritisierte die langsame Umsetzung solcher Zusammenarbeit  in Deutschland: „Ich bedaure, dass das Thema Digitalisierung sehr zögerlich angegangen wird“, so der Minister wörtlich.

      „Wenn wir über sektorübergreifende Zusammenarbeit, wenn wir über Delegation und Substitution reden - in welcher Weise wir das noch angstbesetzt diskutieren, befremdet mich manchmal“, äußerte Gröhe vor dem Hintergrund der Konkurrenz zwischen stationärem und ambulantem Sektor und der Debatte um mehr Verantwortung für die Pflegeberufe. Bezüglich sektorübergreifender Versorgung sollten alle Beteiligten wissen: „Da raubt mir keiner meine Arbeit“, so Gröhe.

      Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit , der in diesem Jahr zum zwanzigsten Mal stattfindet, wurde am Morgen im Berliner CityCube Berlin eröffnet. Die Eröffnungsveranstaltung stand im Zeichen des Jubiläums: Der Arzt, Kabarettist und Autor Dr. Eckart von Hirschhausen diskutierte mit den wissenschaftlichen Leitern der drei mit dem Hauptstadtkongress zusammen stattfindenden Fachkongresse über die die Entwicklung des Gesundheitswesens in zwei Jahrzehnten – unter anderem, ob Pflege schon auf Augenhöhe mit Ärzten und Krankenhausmanagement angekommen ist, und wie es um die Patientenautonomie steht.

      Von heute bis Donnerstag  treffen mehr als 8.000 Entscheidungsträger aus Politik, Kliniken, Gesundheitswirtschaft, Ärzteschaft, der medizinischen Forschung, Pflege und von Kostenträgern zu der jährlichen Leitveranstaltung der Branche zusammen. Bei etwa 150 Einzelveranstaltungen werden über 600 Referentinnen und Referenten auftreten.

    • 19.06.2017 - Alle Pressetermine und Highlights auf einen Blick

      Hier finden Sie eine Übersicht aller Pressetermine und Highlights auf einen Blick.

    • 30.05.2017 - Krankenhaus Rating Report 2017: Patienten schätzen Spezialkliniken - auch weiter entfernte

      Die Frage gilt als äußerst umstrittenen: Bevorzugen Patienten die medizinische Versorgung in direkter Nachbarschaft oder nehmen sie gegebenenfalls lieber die Anreise zu einem auf bestimmte Erkrankungen spezialisierten zentralen Klinikum in Kauf? Der Krankenhaus Rating Report 2017 hat herausgefunden: Krankenhäuser mit einem hohen Spezialisierungsgrad weisen eine signifikant höhere Patientenzufriedenheit auf. Damit zeigt sich, dass ein hoher Grad an Spezialisierung nicht nur bessere medizinische Ergebnisse bringt, sondern auch von den Patienten geschätzt wird.

      Außerdem hat der Krankenhaus Rating Report einen überraschenden Zusammenhang ermittelt: Kommunale Krankenhäuser in ärmeren Landkreisen sind wirtschaftlich in genauso guter Lage wie freigemeinnützige, beispielsweise konfessionelle, Krankenhäuser. In reicheren Landkreisen schneiden Kliniken in kommunaler Trägerschaft hingegen schlechter ab als freigemeinnützige. Die Autoren des Reports haben Hinweise darauf, warum das so ist.

      Ein weiterer Befund: Das Lohnniveau des medizinischen Personals variiert regional zwischen 10 Prozent unter und 5 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Das wirft die brisante Frage auf, ob regionale Lohnkostenunterschiede sich entsprechend in den Preisen der Leistungserbringung niederschlagen dürfen.

      Der Krankenhaus Rating Report 2017 wird am 21. Juni in Berlin auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit der Öffentlichkeit vorgestellt. Er wird seit dreizehn Jahren vom RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und dem Institute for Healthcare Business GmbH erstellt. Erstmals werden im neuen Report Jahresabschlüsse aus den Jahren 2007 bis 2015 aufbereitet und auf diese Weise länger laufende Zeitreihen abgebildet. Dadurch können bereits entdeckte Zusammenhänge weiter statistisch untermauert werden. Zudem untersucht eine Sonderanalyse erstmals gezielt regionale Unterschiede im Lohnniveau der Krankenhäuser.

      Unter dem Titel „Krankenhaus Rating Report 2017: Strukturfonds – beginnt jetzt die große Konsolidierung?“ stellen die Autoren Prof. Dr. Boris Augurzky, Leiter des Kompetenzbereichs Gesundheit des RWI Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung, und Dr. Sebastian Krolop, Vice President und Partner für die Region EMEA der Healthcare Transformation Services von Philips Healthcare, den Report vor. Sie diskutieren die Ergebnisse mit Astrid Lurati, Direktorin des Klinikums und Mitglied des Vorstands der Charité Universitätsmedizin Berlin, Matthias Mohrmann, Mitglied des Vorstands der AOK Rheinland/Hamburg, und Andreas Schlüter, Hauptgeschäftsführer der Knappschaft Kliniken und Geschäftsführer der Klinikum Westfalen GmbH.

    • 24.05.2017 - Der informierte Patient: Zukunftsvision oder Fata Morgana?

      Mehr als die Hälfte der Deutschen hat erhebliche Mühe, die ständig wachsende Fülle gesundheitsrelevanter Information zu verstehen und daraus Entscheidungen für die eigene Gesundheit abzuleiten, so das Ergebnis einer Studie der Universität Bielefeld vom vergangenen Jahr. Die gleiche Befragung hatte zuvor in anderen Ländern deutlich höhere Kompetenzwerte ergeben - zum Beispiel in den Niederlanden, Dänemark, Irland und in Polen.

      Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe mahnte angesichts dieser Befunde. "Das muss alle Verantwortlichen im Gesundheitswesen aufrütteln." Zwischen 9 und 15 Milliarden Euro gehen nach Schätzungen seines Hauses jährlich verloren, weil die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten nicht ausreichend funktioniert. Denn schlecht informierte Patienten folgen deutlich seltener dem Rat ihres Arztes: Eine Auswertung von mehr als 100 Studien ergab, dass sich Patienten mehr als doppelt so häufig an die Therapieempfehlungen des Arztes halten, wenn dieser die Therapie und deren Ziele verständlich kommuniziert.

      Doch das beherrschen ganz offensichtlich nicht alle Ärzte: Über 30.000 Patienten haben in den vergangenen sechs Jahren den kostenlosen Service unter washabich.de genutzt, bei dem 200 Mediziner ehrenamtlich Befunde in verständliches Deutsch übersetzen. Allerdings sind die Wartezeiten für die Übersetzung so lang, dass die Website der Medizinaktivisten auf das Partnerprojekt befunddolmetscher.de verweist, das allerdings nur vorgefertigte Erläuterungen zu medizinischen Begriffen online vorhält.

      Ärzte sehen die Kommunikation "auf Augenhöhe" mit den Patienten oft auch kritisch: Laut einer Umfrage der Ärztezeitung im Jahr 2012 beklagten 48 Prozent der Ärzte, dass Patienten ihnen Leistungen abverlangten, die nicht erbracht werden durften.

      Das Thema "Der mündige und gut informierte Patient im deutschen Gesundheitswesen - Zukunftsvision oder Fata Morgana?" diskutieren auf dem Hauptstadtkongress in Berlin: Prof. Dr. Matthias Schneider, Direktor der Poliklinik und Funktionsbereich für Rheumatologie des Universitätsklinikums Düsseldorf, Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a. D. und Schirmherrin der European Patients Academy on Therapeutic Innovation, Ulla Ohlms, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Patients' Tumor Bank of Hope, Eva Maria Streppel, Bloggerin und Morbus-Crohn-Betroffene, Jutta Ulbrich, Director Patient Engagement bei AbbVie, und Markus Wartenberg, Leiter des Bereichs GIST/Sarkome von Das Lebenshaus.

      Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit ist mit mehr als 8.000 Entscheidern aus Gesundheitswirtschaft und Politik die jährliche Leitveranstaltung der Branche. Der 20. Hauptstadtkongress findet vom 20. bis 22. Juni 2017 im CityCube Berlin statt.

    • 16.05.2017 - Telemedizin für Herzpatienten: Leuchtturmprojekt an der Ostseeküste

      Es ist mit 14 Millionen Euro Förderung eines der ganz großen Projekte des Innovationsfonds: In Mecklenburg-Vorpommern werden derzeit etwa 1.500 chronisch herzkranke Patienten für dauerhafte telemedizinische Überwachung rekrutiert. In den nächsten drei Jahren sollen die chronisch unter Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern oder Hypertonie leidenden Patienten via Smartphone, einer eigens programmierten App, Fitness-Armbändern, elektronischen Blutdruckmessgeräten und digitalen Waagen überwacht werden - rund um die Uhr, von einem Care-Center der Uniklinik Rostock aus.

      Sobald diagnostische Daten Veränderungen zeigen, kann ein Kardiologe mit dem Patienten Kontakt aufnehmen und die Medikation anpassen oder Verhaltensempfehlungen aussprechen. "Wir wollen die Patienten möglichst lange vom Krankenhaus fernhalten", erläutert einer der beteiligten Mediziner. Ziel ist es dabei auch, durch weniger Herzbeschwerden und weniger Krankenhausaufenthalte Kosten zu sparen. Der Vergleich mit einer traditionell versorgten Kontrollgruppe von 1.500 Patienten soll zweifelsfrei belegen, ob die Telemedizin hält, was man sich davon verspricht.

      Das Projekt geht ein schwerwiegendes Problem an: die zum Teil schlechte fachärztliche Versorgung im ländlichen Raum. Die Bevölkerungsdichte in Mecklenburg-Vorpommern liegt nicht einmal bei zwei Prozent von jener in Berlin. Und in dem Flächenland mit einer Ausdehnung von 250 Kilometern von Ost nach West gibt es nur zwei Herzzentren. Es geht also auch um die Frage: Wie kann man die kontinuierliche Versorgung mit Spitzenmedizin sicherstellen, wenn der Patient ein oder zwei Autostunden entfernt wohnt?

      "Gerade bei der Entwicklung von Versorgungsprogrammen für den ländlichen Raum setzen wir ganz stark auf die Vernetzung aller Beteiligten über die Sektorengrenzen hinweg", sagt die an dem Projekt beteiligte AOK Nordost. Und Peter Vullinghs, Chef von Philips Deutschland, dem Unternehmen, das die Technik liefert, ergänzt, das Modell lasse "sich auf weitere Krankheitsbilder und Bundesländer übertragen".

      Das Thema "Bedingungen für innovative neue Versorgungswege und -formen" diskutieren auf dem Hauptstadtkongress: Prof. Dr. Christian Schmidt, Ärztlicher Vorstand und Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Rostock, Lars F. Lindemann, Hauptgeschäftsführer des Spitzenverbandes Fachärzte Deutschlands, Oliver Schenk, Leiter der Abteilung Grundsatzfragen der Gesundheitspolitik und Telematik des Bundesgesundheitsministeriums, Peter Vullinghs, Vorsitzender der Geschäftsführung der Philips GmbH, und Kay Wilke-Schultz, Leiter der Unternehmenseinheit Versorgungsmanagement der AOK Nordost.

    • 10.05.2017 - Capitation – Konzept für effizienten Umgang mit Ressourcen des Gesundheitswesens

      “Jeder geheilte Patient ist ein verlorener Kunde", heißt es immer wieder in Sozialen Medien und der Blogosphäre. Diese Sichtweise verbreitet sich unaufhaltsam weiter, weil sie so logisch klingt. Denn sie hat ja vielleicht einen wahren Kern: Pharmaindustrie, Ärzte und andere Leistungserbringer werden nicht dafür bezahlt, dass Patienten geheilt werden – sondern für den Absatz von Arzneipackungen oder einzelne Leistungen – und das in der Regel unabhängig davon, ob sie sinnvoll verordnet wurden und im Einzelfall auch wirken.

      In der Schweiz, den USA und Großbritannien versucht man bereits seit einiger Zeit, diesen ökonomischen Fehlanreiz zu unterbinden. Die Idee nennt sich "Capitation": Im Voraus wird Leistungserbringern für ein Jahr oder länger eine Pro-Kopf-Pauschale je Versichertem oder je Patienten bezahlt, die an eine Wartungspauschale erinnert. Der Anreiz: Je gesünder der Patient bleibt, desto mehr Gewinn verbleibt von der Pauschale. Belohnt werden also gesunde Patienten. Es gäbe beispielsweise einen starken ökonomischen Anreiz, Diabetiker möglichst gut auf Insulin einzustellen, damit es nicht zu kostenträchtigen Komplikationen und schlimmstenfalls zu Amputationen kommt.

      Schon im alten China, so wird immer wieder berichtet, sei das so gewesen: Geld erhielten die Heilkundigen fernöstlicher Medizin, die bis heute für viele Menschen als Vorbild an Weisheit und ganzheitlicher Orientierung gelten, nur für jene Patienten, die gesund geblieben waren. Wird nun auch fernöstliche Vergütung zum Maßstab?

      In der Schweiz haben Studien belegt, dass Capitation einen effizienteren Umgang mit den Ressourcen des Gesundheitswesens zur Folge hat. Es liegt in der Natur der Sache, dass es auch einen Anreiz zur verbesserten Zusammenarbeit der Akteure gibt und Integrierte Versorgung gefördert wird. Capitation könnte daher auch einen Beitrag zur Überwindung der sektoralen Spaltung des deutschen Gesundheitssystems leisten. Und auch Pharma- und Medtechindustrie könnten in Systempartnerschaften einbezogen werden.

      Das spannende Thema "Capitation: Gehört die Zukunft im Gesundheitswesen den Systempartnerschaften?" diskutieren unter der gemeinsamen Moderation von Prof. Dr. Axel Mühlbacher, Leiter des Instituts Gesundheitsökonomie und Medizinmanagement Hochschule Neubrandenburg, und Jessica Hanneken, Hauptstadtrepräsentanz der apoBank: Prof. Roger Jaeckel, Hochschule Neu-Ulm, Market Access Director D.A.CH der Baxter Deutschland GmbH, Dr. Torsten Kühn, Geschäftsführer der ContraCare GmbH, Bernd Laudahn, Geschäftsführer der Philips GmbH Market DACH, und Stefan Oelrich, Senior Vice President Head Diabetes Franchise von Sanofi.

    • 02.05.2017 - Gelähmte können wieder laufen lernen – mit hirnstromgesteuerten Robotersystemen

      Den ersten Ball bei der Eröffnung der Fußball-WM 2014 kickte ein Querschnittsgelähmter durchs Stadion in São Paulo. Juliano Pinto steckte in einem sogenannten Exoskelett, einer Art maschinell angetrieben Overall, der ihm Gehen und sogar den symbolischen Anstoß ermöglichte. Das war außergewöhnlich genug, aber das eigentlich Spektakuläre konnte man kaum erkennen: Pinto steuerte das Exoskelett nur mit seinem Willen. Auf seinem Kopf trug er eine Haube mit EEG-Elektroden.

      „Brain to Robot“ lautet das Schlagwort für diese Technologie – und ihr weltweit führender Kopf ist Professor Gordon Cheng, Spezialist für Neuro-Engineering an der TU München. Die Vorführung im Stadion warb für sein „Walk Again Project“. Chengs Arbeiten könnten nicht nur dazu beitragen, dass Querschnittsgelähmte wieder gehen können. Sie könnten der roboterassistierten Medizin insgesamt einen Schub verleihen, denn die steht immer wieder in der Kritik – vor allem, weil der Roboter zwar extrem genau schneidet, aber mit seinen Instrumenten nicht fühlen kann.

      Cheng forscht auch auf dem Gebiet der Sensorik von Robotern. Einer seiner Roboter hat eine von Sensoren übersäte Gummihaut – die ihm das Registrieren von Berührungen erlaubt und Tastsinn verleiht. Der Roboter kann damit zum Beispiel weiche Orangen aussortieren, ohne eine einzige zu zerquetschen. Aber es geht Cheng um mehr: Ziel seiner Forschung ist es, neuronale Systeme aus dem Tierreich auf Roboter zu übertragen. Ihre Sinne liefern bei der Jagd oder auf der Flucht oft unscharfe, widersprüchliche oder zeitversetzte Informationen an das Gehirn – das trotzdem eine sinnvolle Entscheidung trifft.

      Unter dem Titel „Roboterassistierte Medizin: Verteufelt, gefürchtet, jetzt Realität – Chancen und Möglichkeiten“ diskutiert Prof. Dr. Gordon Cheng, Lehrstuhlinhaber für Kognitive Systeme der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der TU München, auf dem Hauptstadtkongress in Berlin mit: Prof. Dr. Christian Hendrich, Ärztlicher Direktor und Chefarzt des Orthopädischen Krankenhauses Schloss Werneck, und Prof. Dr. Thomas A. Schildhauer, Ärztlicher Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik und Poliklinik des Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikums Bergmannsheil Bochum.

    • 25.04.2017 - Finanzierung des Gesundheitswesens - könnte eine Bürgerversicherung die Rettung sein?

      Verglichen mit dem Jahr 2000 hat sich der prozentuale GKV-Beitrag eines Arbeitnehmers im Durchschnitt um fast ein Viertel erhöht - von 6,75 auf heute 8,4 Prozent des Bruttogehalts. Im Jahr 1970 hatte er noch bei 4,1 Prozent gelegen.

      Nur einige Jahre hat die Politik es geschafft, diese Finanzentwicklung unter Kontrolle zu halten. Doch seit drei Jahren bereits steigen die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung wieder stärker als die Einnahmen. Und für die nächsten Jahre sagen Fachleute auch aus den Krankenkassen kräftig steigende Zusatzbeiträge vorher.

      Hinzu kommt, dass die Bundesregierung etliche teure Reformprojekte im Gesundheitswesen begonnen hat, die Milliardenkosten verursachen und die finanzielle Lage der GKV weiter verschärfen dürften: das Krankenhausstrukturgesetz, den Umbau der ambulanten Versorgung, den weiteren Ausbau der Telematik-Infrastruktur und die Stärkung von Prävention und Hospizwesen sowie die jüngste Pflegegesetzgebung.

      Wenige Monate vor der Bundestagswahl wird die Finanzierung des Gesundheitswesens zu einem brisanten Thema. Die SPD will die paritätische Finanzierung der Krankenversicherungsbeiträge wiederherstellen, damit Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil nicht weiter auseinanderdriften. SPD, Grüne und Linke wollen vor allem auch für eine Bürgerversicherung kämpfen. Allerdings zeigen neuere Studien, dass eine Einführung der Bürgerversicherung mit gravierenden Problemen verbunden wäre. Letztlich würde die GKV so möglicherweise gar nicht entlastet, sondern müsste erhebliche zusätzliche Kosten übernehmen, so sagen einige Experten.

      Genügen diese Vorschläge, um das Gesundheitswesen nachhaltig zu finanzieren? Oder muss das Gesundheitssystem grundlegend neu organisiert werden?

      Das brisante Thema "Die Zukunft des Gesundheitswesens: Paritätische Finanzierung, Bürgerversicherung?" diskutieren auf dem Hauptstadtkongress in Berlin: Dr. Stefan Etgeton, Senior Expert der Bertelsmann Stiftung, Sabine Dittmar, Mitglied im Gesundheitsausschuss und stv. gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Volker Hansen, Leiter der Abteilung Soziale Sicherung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Rudolf Henke, stv. Vorsitzender des Gesundheitsausschusses, Mitglied der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Vorsitzender des Marburger Bunds, und Dr. Volker Leienbach, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Verbandes der Privaten Krankenversicherung.

      Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit ist mit mehr als 8.000 Entscheidern aus Gesundheitswirtschaft und Politik die jährliche Leitveranstaltung der Branche. Der 20. Hauptstadtkongress findet vom 20. bis 22. Juni 2017 im CityCube Berlin statt.

    • 19.04.2017 - Science Fiction in der Medizin wird real

      Selbst die erfahrenste Krankenschwester kann es nicht so gut: Ein Blutabnahmeroboter erkennt mittels Infrarot- und Ultraschallmessung die genaue Lage auch der verstecktesten Vene und führt die Nadel schonend ins Ziel.

      Immer mehr Arbeit in der Medizin wird von Robotern besser erledigt als von Menschen: Der präzise Schnitt zur Entfernung von bösartigem Gewebe oder der minimalinvasive Eingriff im Brustraum ohne Öffnung des Brustkorbs – solche Operationen sind ohne Robotik schon heute oft kaum noch Stand der Technik. Der Roboter schneidet, der Arzt sitzt mit einer 3D-Brille an einem Rechnersystem. Tausende von Medizin-Robotern werden mittlerweile jedes Jahr verkauft. Und Hunderttausende OPs damit durchgeführt, so eine Statistik der Internationalen Föderation für Robotik.

      Über kurz oder lang wird künstliche Intelligenz auch mit ärztlichem Wissen in Konkurrenz treten. So wie vor zwei Jahren in Japan: Ärzte wussten bei der Behandlung einer Leukämie-Patientin nicht mehr weiter. Erst als sie deren diagnostischen Daten von einem Supercomputer mit 20 Millionen Datensätzen abgleichen ließen, konnten der spezielle Erkrankungstyp identifiziert und die Patientin gerettet werden.

      Aber auch das klassische Krankenhaus befindet sich im Umbruch: Im extrem dünn besiedelten finnischen Lappland ist für manchen Patienten das Krankenhaus über 400 Kilometer weit weg. Patienten gehen dort in lokale Gesundheitszentren – quasi Krankenhäuser ohne Ärzte – und nutzen Teleradiologie, Video- und Telekonsultation sowie Teletraining. Ihre Daten werden dazu ins Zentralkrankenhaus Lapplands übertragen. Und das Mercy Virtual Care Center in Chesterfield im US-Staat Missouri ist ein Krankenhaus mit 300 Mitarbeitern, aber keinem einzigen Bett – ein Krankenhaus ohne Patienten. Bis hin zum Schlaganfall wird in dem 54 Millionen US-Dollar teuren Haus alles per Telemedizin behandelt.

      Der Ort, an dem Diagnostik und Behandlung stattfinden, verschiebt sich so immer mehr in den privaten Lebensbereich des Patienten. Das könnte die Gesundheitswirtschaft erst recht umkrempeln: Denn wer die Vitaldaten der Patienten sammelt, künstliche Intelligenz programmiert und Roboter entwickelt, könnte dereinst die zentrale Position im Markt einnehmen – und die klassische Medizin möglicherweise schlicht zur Zulieferindustrie machen.

      Das Thema „Science Fiction in der Medizin: Ärzte- oder patientenloses Krankenhaus?“ diskutieren auf dem Hauptstadtkongress in Berlin: Dr. Friedrich von Bohlen, Geschäftsführer der dievini Hopp BioTech holding, Prof. Dr. Horst Karl Hahn, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Bildgestützte Medizin, Dr. Andreas Hartung, Chief Operating Officer der AMEOS-Gruppe, Dr. Markus Müschenich, CEO und Co-Founder von Flying Health Incubators und Vorstand des Bundesverbandes Internetmedizin, Prof. Dr. Christian Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Rostock, Dr. Andreas Tecklenburg, Vizepräsident der Medizinischen Hochschule Hannover, und Peter Vullinghs, Vorsitzender der Geschäftsführung der Philips GmbH. Es moderiert der Gesundheitsunternehmer Prof. Heinz Lohmann.

    • 12.04.2017 - Menschenwürde – im Gesundheitswesen Mangelware?

      Berlin, 11.04.2017 – Die Öffentlichkeit reagierte betroffen, aber Medizin-Insider pflichteten ihr tausendfach bei, als eine OP-Schwester Anfang des Jahres einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Merkel schrieb und darin massive Missstände im deutschen Gesundheitswesen beklagte: „Wahrung der Menschenwürde, trotz oftmals widriger Umstände, war für mich das oberste Gebot. Die letzten Jahre war das ein Ding der Unmöglichkeit. Patienten sind zu Wirtschaftsfaktoren geworden, sind Fallzahlen und Kostenfaktoren. Menschen sind sie keine mehr, und sie als solche zu behandeln unmöglich.“ 

      Der informierte Patient und der Kranke, dem ausreichend Zuwendung zuteil wird, sind in einem zunehmend ökonomisierten Gesundheitssystem immer schwerer durchgängig als Zielvorstellung durchsetzbar, beklagen Experten. Das gilt ebenso für Privatheit in voll belegten Mehrbettzimmern, angemessenen Umgang mit Schmerzen von Patienten oder würdevolles Sterben. 

      Einige Kliniken holen sich neuerdings Ethikexperten ins Haus oder entwickeln Ethikprogramme – doch eine Finanzierung durch die Krankenkassen gibt es dafür bislang nicht. 

      Unter dem Titel „Die Niere von Zimmer sechs – können wir uns Menschenwürde im Gesundheitswesen noch leisten?“ diskutieren das kontroverse Thema auf dem Hauptstadtkongress: Dr. Günther Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin, Uwe Kropp, Pflegedirektor der Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge gGmbH in Berlin, Prof. Dr. Dr. h. c. (mult.) Ursula Lehr, Bundesministerin a. D. und Stellvertretende Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen, Dr. Rainer Norden, Vorsitzender der Geschäftsführung der Evangelisches Klinikum Bethel, und Prof. Dr. Ralf Stoecker, Professor für Praktische Philosophie an der Universität Bielefeld. Moderiert wird die Veranstaltung vom TV-Arzt Dr. Eckart von Hirschhausen. 

      Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit ist mit mehr als 8.000 Entscheidern aus Gesundheitswirtschaft und Politik die jährliche Leitveranstaltung der Branche. Der 20. Hauptstadtkongress findet vom 20. bis 22. Juni 2017 im CityCube Berlin statt.

    • 29.03.2017 - Gier und Fehlanreize – wird zu viel, zu wenig oder falsch operiert?

      Berlin, 28.03.2017 – "In Deutschland wird zu viel operiert", heißt es auf der Website einer großen Krankenkasse, Gewinnstreben sei der Grund. Und eine Veröffentlichung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung benennt unter der Überschrift "Zwischen Mammon und Ethos" dafür auch Kronzeugen: Die Mehrzahl der Chefärzte deutscher Krankenhäuser vermute, "dass es eine wirtschaftlich motivierte Überversorgung in den hiesigen Krankenhäusern gibt." 

      Im Fall therapeutischer Arthroskopien bei Gelenkverschleiß hat der Gemeinsame Bundesausschuss bereits reagiert: Seit zwei Jahren wird diese Operation nicht mehr erstattet. Das IQWiG war zuvor zu dem Ergebnis gekommen, dass sich ein Nutzen der OP nicht belegen lasse. Etliche weitere chirurgische Eingriffe stehen im Verdacht, in bestimmten Fällen dem Patienten mehr zu schaden als zu nutzen: die Entfernung der Prostata bei Prostatakrebs, Kaiserschnitte, invasive Herzkatheter, Transkatheter-Aortenklappen und das Einsetzen künstlicher Knie- und Hüftgelenke. Schon warnen Artikel in Massenmedien mit Headlines wie: "Achtung, wenn Ihr Arzt zu diesen Eingriffen rät!" 

      Kritik hier ist also wohlfeil. Aber ist sie auch immer wissenschaftlich fundiert? Begründet wird sie oft mit internationalen Vergleichszahlen. Eine Studie des wissenschaftlichen Instituts der PKV von 2015 lässt jedoch erhebliche Zweifel an der Aussagekraft solcher Länderrankings aufkommen, da diese zumeist keine Altersstandardisierung vornähmen. Tue man das, ergebe sich für Deutschland "in der Regel ein vergleichbares Niveau wie in den europäischen Nachbarländern mit gut ausgebauten Gesundheitssystemen". Und ausgerechnet bei den so in Verruf geratenen Hüft- und Knieersatzoperationen kam 2016 eine Studie des IGES-Instituts zu dem Ergebnis, dass der Anteil jener Patienten, bei denen eine angemessene Indikation dokumentiert ist, bei rund 96 Prozent liege. 

      Mediziner kritisieren statt einer Über- immer häufiger eine Fehlversorgung - wegen Fehlanreizen im Vergütungssystem. Denn beispielsweise gibt es auch richtungsweisende Operationsmethoden, die zu selten angewandt werden: Während in skandinavischen Ländern Leistenbrüche zu 60 bis 80 Prozent endoskopisch und ambulant operiert werden, geschieht das in Deutschland nur bei jedem siebenten Patienten - obwohl Komplikationen viel seltener sind. Grund ist nach Meinung von Experten, dass die OP-Methode „in Deutschland mit einer Kostenunterdeckung verbunden " sei. 

      "Wird in Deutschland zuviel oder zu wenig operiert?", das diskutieren auf dem Hauptstadtkongress: Prof. Dr. Bertram Häussler, IGES Institut, Prof. Dr. Klaus-Peter Günther, Universitätsklinikum Dresden, Prof. Dr. Erika Gromnica-lhle, Deutsche Rheuma-Liga, Prof. Dr. Dr. h. c. Norbert P. Haas, ehemals Charité Berlin, und Prof. Dr. Moritz Wente, Aesculap AG.

    • 10.06.2016 - Hauptstadtkongress: Die Zukunft der Gesundheit war in Berlin

      Nach drei Tagen ist am Freitag der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit zu Ende gegangen. Die jährliche Leitveranstaltung der Gesundheitsbranche, die bereits zum neunzehnten Mal stattfand, lockte deutlich mehr als 8.000 Teilnehmer in den Berliner CityCube. In rund 200 Einzelveranstaltungen diskutierten Spitzenpolitiker, Wissenschaftler und Vertreter aller Berufsgruppen der Gesundheitswirtschaft die Zukunft des Gesundheitswesens. 

      Das Leitthema hieß in diesem Jahr „Innovationen“. Bereits in der Eröffnungsveranstaltung hatte Annette Widmann-Mauz, MdB, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesgesundheitsminister, die Haltung der Bundesregierung deutlich gemacht, dass das Solidarsystem nur nützliche Innovationen finanzieren könne. Der Begriff Innovation sei „kein Gütesiegel an sich, sondern Nutzen müsse evidenzbasiert nachgewiesen werden“, so Widmann-Mauz. Die Innovationsstrategie der Bundesregierung sehe dafür drei Voraussetzungen: Erstens müssten „echte Innovationen einen wirklichen Fortschritt für Lebensqualität und Lebenschancen“ bringen. Zweitens müssten sich Innovationen am Versorgungsbedarf orientieren. Und drittens dürften wirkliche Innovationen „keine Eintagsfliegen“ sein. 

      Der frühere Berliner Gesundheitssenator und heutige Kongresspräsident des Hauptstadtkongresses, Ulf Fink, hob hervor, dass es essenziell für das deutsche Gesundheits-wesen sei, eine Innovationskultur zu entwickeln: „Dafür muss man bereit sein, etwas zu riskieren“, so Fink. 

      Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, MdB, sprach sich auf dem Hauptstadtkongress für intensiveres Engagement der Wirtschaft in der betrieblichen Gesundheitsförderung aus. Nur 20 Prozent der Betriebe seien in diesem Bereich aktiv, kritisierte die Ministerin. Zu „gesundem Arbeiten“ gehörten aber auch selbstbestimmtere Arbeitszeiten. Nahles beschrieb Software-Innovationen wie ein „Schicht-Doodle“, bei dem über Software die Arbeitszeitwünsche aller Mitarbeiter optimal berücksichtigt werden könnten. „Die Flexibilisierungsbedürfnisse der Arbeitnehmer können dadurch gut mit den Flexibilisierungsbedürfnissen der Wirtschaft in Einklang gebracht werden“, so die Ministerin. 

      Vor dem Hintergrund, dass mit zunehmender Digitalisierung auch die Anforderungen an die Qualifikation und Weiterbildung der Arbeitnehmer steigen, sprach sich Arbeitsministerin Nahles dafür aus, die Bundesagentur für Arbeit in eine „Bundesagentur für Arbeit und Qualifikation“ umzugestalten. 

      Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, hob auf der Bühne des Hauptstadtkongresses die Wichtigkeit der vielfältigen Gesetzesvorhaben der Bundesregierung zur Stärkung der Pflege hervor: „Pflege hat in dieser Legislaturperiode einen ganz zentralen Stellenwert eingenommen.“ 

      Der auf dem Kongress vorgestellte Krankenhaus Rating Report 2016 des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt eine gleichbleibende Insolvenzgefahr für deutsche Krankenhäuser. 11 Prozent der etwa 1.800 deutschen Kliniken befinden sich in erhöhter Gefahr eines Konkurses. Während durch die Modernisierungsprogramme in den neuen Bundesländern die Insolvenzgefahr dort deutlich niedriger liegt, erreicht sie in Baden-Württemberg mittlerweile fast 50 Prozent aller Krankenhäuser. Die kumulierte Investitionslücke deutscher Krankenhäuser beträgt nach Angaben der RWI-Forscher 28 Milliarden Euro. 

      Aufsehen erregte der Auftritt des US-amerikanischen Pioniers der regenerativen Medizin, Prof. Dr. Anthony Atala. Der Forscher und sein Team beschäftigen sich am Wakefield Forest Institute mit der künstlichen Erzeugung menschlichen Gewebes und menschlicher Organe aus körpereigenen Zellen. Patienten leben bereits mit Organen aus Atalas Labor, wie etwa mit einer Harnblase, einer Vagina und Knochensegmenten. Ziel der Wissenschaftler ist es, die Transplantationsmedizin von ihrem Engpass bei Spenderorganen zu befreien. 

      Auch die unter dem Dach des Hauptstadtkongresses stattfindenden drei Fachkongresse nahmen sich drängender Fragestellungen an: 

      Der Managementkongress Krankenhaus Klink Rehabilitation beschäftigte sich intensiv mit der Digitalisierung, bei der deutsche Kliniken – etwa im Vergleich zu skandinavischen Ländern – deutlich in Rückstand geraten sind. Aber auch Cyberangriffe auf Krankenhäuser waren Thema einer eigenen Veranstaltung. 

      Das Deutsche Ärzteforum blickte auf die herausragenden Innovationen in Diagnostik und Therapie, die mit Nanotechnologien und auf die genomisch auf den Patienten abgestimmten Behandlungsmethoden derzeit vor allem die Onkologie revolutionieren. Aber auch neue, wirkungsvollere Strategien gegen Krankenhausinfektionen mit resistenten Erregern wurden präsentiert. 

      Der Deutsche Pflegekongress brachte eine Vielzahl von Kontroversen zu Tage, wie dem Pfegenotstand beizukommen sei. Dass die Veranstaltung zu dem teilweise umstrittenen, schrittweise in Kraft tretende Pflegeberufegesetz aus allen Nähten platzte, zeigt, wie groß der Diskussionsbedarf zwischen Politik und Pflegeberufen ist. 

      Kongresspräsident Ulf Fink hob die vielfältigen Einblicke hervor, die Kongressbesucher in die Zukunftstrends von regenerativer Medizin, Präzisionsmedizin, Versorgungsforschung, Digitalisierung und viele weitere Bereiche erhalten haben. „Die Aussage ‚die Zukunft der Gesundheit kommt nach Berlin‘ hat sich mit dem heute zu Ende gegangenen Hauptstadtkongress bewahrheitet”, so Fink zum Abschluss des Mega-Events. 

      Der nächste Hauptstadtkongress findet vom 20. bis 22. Juni 2017 statt. 

    • 09.06.2016 - Krankenhaus Rating Report 2016: Patient Krankenhaus stabilisiert sich, ist aber nicht fit für die Zukunft

      Die Insolvenzwahrscheinlichkeit deutscher Krankenhäuser ist im Jahr 2014 weitgehend unverändert geblieben, ihre Ertragslage hat sich hingegen verbessert. Nach wie vor ist die Kapitalausstattung der Krankenhäuser jedoch unzureichend, der jährliche Investitionsbedarf von mindestens 5,5 Milliarden Euro wird derzeit nicht erreicht. Die Alterung der Gesellschaft wird zudem zu einem steigenden Bedarf an medizinischen Fachkräften führen. Bei den Gesetzlichen Krankenkassen tut sich eine Kosten-Erlös-Schere auf. Zu diesen und vielen weiteren Ergebnissen kommt die zwölfte Ausgabe des „Krankenhaus Rating Report“, der heute im Rahmen des „Hauptstadtkongress 2016 – Medizin und Gesundheit“ in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Er wurde gemeinsam vom RWI, der Institute for Healthcare Business GmbH (hcb) und der Philips GmbH erstellt. 

      Die Insolvenzwahrscheinlichkeit deutscher Krankenhäuser ist im Jahr 2014 gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert geblieben. 11 Prozent befanden sich im „roten Bereich“ mit erhöhter Insolvenzgefahr. Ihre Ertragslage hat sich indessen verbessert, die Umsatzrendite stieg von 1,3 auf 1,8 Prozent. Auf Konzernebene schrieben 23 Prozent der Krankenhäuser einen Jahresverlust, 2013 waren es noch 30 Prozent. Aufgrund der verbesserten Ertragslage waren 2014 zudem 54 Prozent der Kliniken voll investitionsfähig. Jedoch ist die Kapitalausstattung der Krankenhäuser noch immer  unzureichend. Ihr jährlicher Investitionsbedarf (ohne Universitätskliniken) beträgt mindestens 5,5 Milliarden Euro. Die Länder steuern nach wie vor nur die Hälfte davon bei, die Krankenhäuser aus eigener Kraft ca. 1,9 Milliarden Euro. Dabei gibt es allerdings große länderspezifische Unterschiede. Der kumulierte Investitionsstau beträgt rund 28 Milliarden Euro. Bei Fortschreibung des Status quo aus 2014 würde der Anteil der Krankenhäuser mit erhöhter Insolvenzgefahr bis 2020 auf 23 Prozent steigen. Berücksichtigt man die Maßnahmen des Krankenhausstrukturgesetzes (KHSG) ab 2016, dürfte der Anteil mit Insolvenzgefahr (auf Konzernebene) bis 2020 dagegen nahezu konstant bei 12 Prozent bleiben. 

      Zu diesen Ergebnissen kommt der zwölfte „Krankenhaus Rating Report“, den das RWI, die Institute for Healthcare Business GmbH (hcb) und die Philips GmbH gemeinsam erstellt haben und dessen Ergebnisse im Rahmen des „Hauptstadtkongress 2016 – Medizin und Gesundheit“ in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Der Report basiert auf einer Stichprobe von 517 Jahresabschlüssen aus dem Jahr 2013. Sie umfassen insgesamt 871 Krankenhäuser mit einem am Umsatz gemessenen Marktanteil von 69 Prozent. Zudem flossen 333 Jahresabschlüsse aus dem Jahr 2014 in die Auswertung ein. 

      Ostdeutschen Kliniken geht es nach wie vor wirtschaftlich am besten 

      In den ostdeutschen Bundesländern war die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser auch im Jahr 2014 wieder am besten. Am schwierigsten war sie in Niedersachsen/Bremen, Baden-Württemberg und Hessen. Auch wenn Verbesserungen zu beobachten sind, bleiben in vielen Regionen die Krankenhausstrukturen ungünstig, es gibt zu viele kleine Einrichtungen, eine zu hohe Krankenhausdichte und zu wenig Spezialisierung. Gerade ein hoher Spezialisierungsgrad ist jedoch in wirtschaftlicher und qualitativer Hinsicht vorteilhaft. 

      Bei einer Betrachtung nach Trägern lagen 21 Prozent der öffentlich-rechtlichen Häuser im Jahr 2014 im „roten Bereich“, 10 Prozent der freigemeinnützigen und 3 Prozent der privaten. Damit hat sich die Situation vor allem bei öffentlich-rechtlichen Häusern leicht verschlechtert. 

      Ländliche Grundversorger mit wirtschaftlichen Problemen 

      Die Zahl der Krankenhausfälle stieg 2014 um 1,9 Prozent, das gesamte Leistungsvolumen (Casemixvolumen) um 2,0 Prozent. Die Zahl der Betten blieb unverändert bei knapp über 500 000, während sich die Zahl der Krankenhäuser um 0,9 Prozent auf 1 980 verringerte. Auch die durchschnittliche Verweildauer der Patientinnen und Patienten sank weiter auf 7,4 Tage. Die Krankenhauskosten je Einwohner waren im Jahr 2014 mit rund 892 Euro in Baden-Württemberg am niedrigsten und mit 1 203 Euro im Saarland am höchsten.  

      In einer Sonderanalyse wurden zudem die ländlichen Grundversorger näher untersucht. Dazu zählen Krankenhäuser mit 50 bis 200 Betten, die nicht in kreisfreien Städten oder Stadtstaaten liegen und keine Fachkliniken sind. Im Jahr 2014 gab es insgesamt 231 solcher ländlicher Grundversorger mit rund 133 Betten je Einrichtung, vor allem in den Bereichen „Innere Medizin“ und „Chirurgie“. Ihre wirtschaftliche Lage war schlechter als der Durchschnitt. Insbesondere in schrumpfenden ländlichen Regionen sollten daher neue Gesundheitsangebote geschaffen werden. Diese sollten zum einen Kapazitäten zentral und sektorenübergreifend bündeln, zum anderen durch mobile Dienste und moderne Technik die Fläche abdecken und insbesondere die Notfallversorgung sicherstellen. 

      Alterung der Gesellschaft bringt erhöhten Bedarf an Pflegefachkräften 

      Hinsichtlich der Personalausstattung des Pflegedienstes im Krankenhaus sehen die Autoren keinen akuten Handlungsbedarf. Der Bedarf an Pflegefachkräften wird jedoch durch die zunehmende Alterung der Gesellschaft weiter wachsen. Rein demografisch bedingt dürfte die Zahl der Fälle im Krankenhaus bis zum Jahr 2020 um 3 Prozent, bis zum Jahr 2030 um 5 Prozent steigen. Berücksichtigt man zudem die Trends in der Häufigkeit bestimmter Krankheiten und das ambulante Potenzial, könnte die Zahl der Fälle bis 2020 um 7 Prozent, bis 2030 sogar um 18 Prozent zunehmen. Daher sollten bereits jetzt Maßnahmen ergriffen werden, die dem Arbeitsmarkt kurz-, mittel- und langfristig mehr Pflegefachkräfte zur Verfügung stellen.  

      Aufgrund des steigenden Bedarfs an Gesundheitsleistungen tut sich nunmehr eine „Kosten-Erlös-Schere“ auf Seiten der Gesetzlichen Krankenkassen auf. Es ist davon auszugehen, dass sich die beitragspflichtigen Einnahmen der Kassen in diesem Jahr um 4,3 Prozent erhöhen, ihre Ausgaben aber um 5,4 Prozent wachsen werden. Die Finanzierungslücke dürfte sich in den kommenden Jahren und besonders in den 2020er Jahren vergrößern. Schon nach der Bundestagswahl 2017 könnte es zu Kostendämpfungsgesetzen kommen, die die derzeit stabilen Aussichten für Krankenhäuser gefährden könnten. 

      Zur Abmilderung von künftigen Leistungsrationierungen und Beitragssatzerhöhungen sind ein solides Wirtschaftswachstum sowie Maßnahmen nötig, die die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen dämpfen und die Produktivität der Leistungserbringung im Gesundheitswesen erhöhen. Die Autoren empfehlen einen bundesweiten „Investitionspakt“ sowie einen „Pakt für ländliche Versorgung“, um mit Hilfe von sektorenübergreifenden Angeboten die Menschen auf dem Land weiterhin adäquat versorgen zu können. Zudem empfehlen sie eine Weiterentwicklung des DRG-Systems, um bestehende Fehlanreize zu reduzieren, Prozess- und Systemoptimierung, um das knapper werdende Personal so effizient wie möglich einzusetzen, mehr Qualitätswettbewerb und mehr Marktdynamik, um weniger effiziente durch effizientere Angebote zügiger ersetzen zu können, Verbundbildung und Netzwerkmedizin, um Schwerpunkte zu bilden, Digitalisierung und eine breite Versorgungsforschung, um Qualität besser identifizieren zu können. 

      Weitere Informationen: 

      Prof. Dr. Boris Augurzky (RWI), Tel.: (0201) 81 49-203 
      Sabine Weiler (Pressestelle), Tel.: (0201) 81 49-213 
      Dr. Sebastian Krolop (Philips), Tel.: (0151) 29 908 758 

      Dieser Pressemitteilung liegt die Studie "Krankenhaus Rating Report 2016: Mit Rückenwind in die Zukunft?" zugrunde. Sie enthält unter anderem zahlreiche grafisch aufbereitete Darstellungen und Krankenhausbenchmarks.  

    • 08.06.2016 - Hauptstadtkongress: Sanktionen bei weiteren Verzögerungen der Telematik-Infrastruktur

      Die parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz (CDU) aus dem Bundesgesundheitsministerium hat wegen der schleppenden Umsetzung der Telematikinfrastruktur Sanktionen angekündigt, sofern die Teilnehmer des Projekts zur Vernetzung im Gesundheitswesen weiterhin Umsetzungsfristen verstreichen lassen. Bei der Eröffnung des Hauptstadtkongresses Medizin und Gesundheit in Berlin sagte Widmann-Mauz: „Wir überlassen nichts mehr dem Zufall, wir drohen Sanktionen an.“ Die Gesundheitspolitikerin beklagte, es gäbe tolle Projekte, aber die kämen nicht zueinander, „weil die Datenautobahn fehlt“. 

      In ihrer Rede vor rund 1.600 Teilnehmern des Hauptstadtkongresses, dessen Leitthema Innovationen sind, erläuterte Widmann-Mauz darüber hinaus die Innovationsstrategie der Bundesregierung. Innovation sei „kein Gütesiegel an sich, sondern Nutzen müsse evidenzbasiert nachgewiesen werden“. Drei Voraussetzungen müssten dafür gegeben sein: Erstens müssten „echte Innovationen einen wirklichen Fortschritt für Lebensqualität und Lebenschancen“ bringen. Zweitens müssten sich Innovationen am Versorgungsbedarf orientieren. Und drittens dürften wirkliche Innovationen „keine Eintagsfliegen“ sein. 

      Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hatte sich zuvor in einer Videobotschaft dafür entschuldigt, an der Kongresseröffnung - einem „Pflichttermin für einen Bundesgesundheitsminister“ - nicht teilnehmen zu können, da er zeitgleich die deutsche Delegation bei der UNAIDS-Konferenz in New York leite. 

      In der Eröffnungsveranstaltung des wichtigsten Kongresses der deutschen Gesundheitswirtschaft präsentierte Prof. Dr. Bertram Häussler vom IGES-Institut am Beispiel des Kampfes gegen die koronare Herzerkrankung, wie Investionen zu Innovationen und schließlich zu drastischem Abfallen der Sterblichkeit führen könne. Innerhalb eines halben Jahrhunderts habe sie um drei Viertel gesenkt werden können.  Dieser Prozess sei jedoch langfristig, betonte Häussler: „Der Erfolg ist nicht linear.  Der Erfolg hat sich erst nach Jahrzehnten eingestellt.“ Er mahnte deshalb: „Forschung und Entwicklung brauchen Mut. Politik muss so gestalten, dass der Prozess nicht abgewürgt wird.“ 

      Im Anschluss an die Eröffnungsveranstaltung gab Prof. Dr. Anthony Atala, Pionier der regenerativen Medizin, eine Lecture. Atala und sein Team befassen sich am Wakefield Forest Institute im US-Staat North Carolina mit der künstlichen Erzeugung von Gewebe und Organen aus Körperzellen von Patienten. Es leben bereits Patienten von Atala mit im Labor erzeugter Blase, Vagina und Knochenteilen. Derzeit arbeiten die Forscher am 3D-Druck von Organen. Atala präsentierte den Zuhörern des Hauptstadtkongresses auch einen „Body-on-a-chip“, bei dem kleine, aus menschlichen Zellen gezüchtete Organe – so genannte „Organoide“ – einen kompletten menschlichen Körper im Kleinmaßstab darstellen. Mit dem Body-on-a-chip sollen Medikamente getestet werden – und zwar vor allem auch in ihrer spezifischen Wirkung auf den Patienten, von dem Zellen auf dem Chip eingesetzt wurden. 

      Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit läuft noch bis zum 10. Juni. Rund 8.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Branchen des Gesundheitswesens diskutieren im Berliner CityCube die gesundheitspolitischen Reformvorhaben und stellen die Weichen zur Modernisierung des Gesundheitswesens. 

      Die Lecture von Prof. Dr. Anthony Atala wird noch heute unter folgendem URL verfügbar sein: http://www.hauptstadtkongress.de/hsk16-atala/ 

    • 07.06.2016 - Innovationen im Gesundheitssektor: Die Zukunft der Gesundheit kommt nach Berlin

      Am morgigen Mittwoch beginnt im Berliner CityCube zum neunzehnten Mal der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit, der größte Kongress für Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft in Deutschland. Für drei Tage treffen mehr als 8.000 Entscheidungsträger aus Politik, Kliniken, Gesundheitswirtschaft, Ärzteschaft, der medizinischen Forschung, Pflege und von Kostenträgern zu der jährlichen Leitveranstaltung der Branche zusammen. Bei etwa 200 Einzelveranstaltungen werden über 600 Referentinnen und Referenten auftreten. 

      Der Hauptstadtkongress hat sich in diesem Jahr das Leitthema „Innovationen“ gegeben. Schon bei der Eröffnung des Kongresses steht dies im Fokus, wenn Prof. Dr. Bertram Häussler vom IGES-Institut „die großen Erfolge von Medizin und Gesundheitsversorgung“ resümiert und Prof. Dr. Detlev Ganten, der Vorsitzende des Charité-Stiftungsrats den Blick auf "die großen Hoffnungen der Medizin für die Gesundheit“ richten wird. 

      In einer Lecture wird der in der Fachwelt gefeierte Star der regenerativen Medizin, Prof. Dr. Anthony Atala, Direktor des Wake Forest Institute for Regenerative Medicine, Winston-Salem/USA, über die künstliche Erzeugung von menschlichem Gewebe und Organen für die Transplantationsmedizin sprechen. Derzeit stirbt alle 30 Sekunden ein Patient an einer Krankheit, die mit Gewebeersatz oder einer Transplantation hätte behandelt werden können – die Zahl freiwilliger Spender ist zu gering. Im Labor erzeugte Implantate könnten helfen und viele Menschenleben retten. Erste Patienten leben bereits mit im Labor erzeugten Implantaten, wie etwa einer Harnblase, einer Vagina oder Blutgefäßen. Atala arbeitet nun daran, Organe mittels 3D-Drucks zu erzeugen. 

      Auch in der Pflege sind Innovationen ein zunehmend wichtiges Thema – schon macht das Schlagwort der „Pflege-Robotik“ die Runde. So kann der Prototyp eines Roboters Heimbewohnern nicht nur Wasser ausschenken, sondern per Gesichtserkennung auch für jeden Einzelnen die getrunkene Menge registrieren. Die Geruchssensoren eines anderen Systems melden Inkontinenzereignisse an die Stationsleitung. Und ein japanischer Roboter kann bereits Patienten aus dem Bett heben und zur Toilette bringen. Können Roboter helfen, den Pflegenotstand zu entschärfen? Wie wäre das unter ethischen Kriterien zu beurteilen? Auch darüber wird auf dem Hauptstadtkongress und dem unter seinem Dach stattfindenden Deutschen Pflegekongress diskutiert. 

      Das ebenfalls unter dem Dach des Hauptstadtkongresses stattfindende Deutsche Ärzteforum widmet sich Innovationsthemen, wie eHealth, Digitalisierung, Molekularer Medizin oder den hoffnungsträchtigen Erfolgen in der Onkologie, wo Präzisionsmedizin und Immuntherapie einen Durchbruch im Kampf gegen den Krebs bringen könnten. Derartige zum Teil sehr kostenintensive Therapien werfen aber – genau wie neue bildgebende Diagnostik durch Positronenemissionstomographie oder Magnetic Particle Imaging – auch wirtschaftliche Fragen auf: Wie fördert man Innovationen? Wie gelangen sie möglichst schnell zum Patienten? Wie können Innovationen gerecht und transparent bewertet werden, um zu entscheiden, ob das Solidarsystem für sie aufkommt? Dazu gehen die Positionen von Experten immer häufiger weit auseinander. 

      Auf dem dritten im Rahmen des Hauptstadtkongresses stattfindenden Fachkongress, dem Managementkongress Krankenhaus Klinik Rehabilitation, geht es vor allem um „Medizin 4.0“: Welche Kliniken werden Gewinner sein im Prozess der Digitalisierung? Im Blickpunkt stehen wird auch die Veröffentlichung des Krankenhaus Rating Reports 2016 des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung, der wie immer auf dem Hauptstadtkongress vorgestellt wird. Der Report untersucht alljährlich die finanzielle Lage der deutschen Kliniken. 

      Traditionell ist die aktuelle Gesundheitspolitik Thema bei vielen Veranstaltungen des Hauptstadtkongresses. In diesem Jahr zählen dazu: das Krankenhausstrukturgesetz, das Antikorruptionsgesetz, das Präventionsgesetz, die Pflegestärkungsgesetze I und II, das Pflegeberufegesetz und das eHealth-Gesetz. 

      Weitere Höhepunkte sind: 

      Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, MdB, stellt sich Fragen zu Gesundheitsvorsorge, Prävention, Arbeitsschutz und demografischer Entwicklung. 

      Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz, MdB, gibt im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung in einem neuen Interviewformat auf der Bühne Auskunft zu den gesundheitspolitischen Konzepten der Bundesregierung. 

      Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, stellt sich den Fragen eines Journalisten zu den wichtigsten aktuellen Themenfeldern der Gesundheits- und Sozialpolitik. Schwerpunktthemen werden unter anderem die Sicherung der Versorgung in ländlichen Gebieten und die Situation im Bereich stationärer und ambulanter Pflege sein. 

      Eine Bundestagsrunde mit den gesundheitspolitischen Sprecherinnen der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU, SPD und Grünen, Maria Michalk, MdB, Hilde Mattheis, MdB, und Maria Klein-Schmeink, MdB, diskutiert die Zukunft der Finanzierung des Gesundheitswesens. 

      Der Leiter des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen, Dr. Christof Veit, zieht eine Zwischenbilanz zu Qualitätskriterien für Leistungserbringer und Pay-for-Performance. 

      Der G-BA-Vorsitzende, Prof. Josef Hecken, erläutert, wie der Milliardentopf des Innovationsfonds verteilt wird. 

      Prof. Dr. Bert Rürup warnt vor einer Aushöhlung der Finanzierungsbasis der Sozialversicherungen, denn vieles spricht dafür, dass es im Zeitalter der Industrie 4.0 zu einem Rückgang des Anteils der sozialversicherungspflichtigen Löhne am Volkseinkommen kommen wird. Rürup diskutiert seine Ideen auf der Bühne des Hauptstadtkongresses mit Prof. Dr. Karl Lauterbach, MdB.

    • 02.06.2016 - Hauptstadtkongress beginnt am Mittwoch: Viel Prominenz und Exzellenz auf dem Podium

      Mehr als 8.000 Entscheidungsträger aus Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft kommen zusammen, wenn am kommenden Mittwoch, dem 8. Juni 2016, der 19. Hauptstadtkongress eröffnet wird. Bei knapp 200 Einzelveranstaltungen werden über 600 Redner, Referenten und Diskussionsteilnehmer auftreten – darunter viele Spitzenpolitiker aus Bund und Ländern, prominente Wissenschaftler und Führungspersönlichkeiten aus Institutionen des Gesundheitswesens. 

      Das Leitthema heißt in diesem Jahr: Innovationen. Ein führender Kopf einer der derzeit innovativsten medizinischen Forschungsbereiche stellt seine Arbeit auf dem Hauptstadtkongress in einer Lecture der deutschen Öffentlichkeit vor: Der in der Fachwelt gefeierte Star der regenerativen Medizin, Prof. Dr. Anthony Atala, Direktor des Wake Forest Institute for Regenerative Medicine, Winston-Salem/USA, erzeugt im Labor künstliches Gewebe und Organe aus menschlichen Zellen für die Transplantationsmedizin. Aktuell arbeiten Atala und sein Team daran, Organe mittels 3D-Drucks zu produzieren. 

      Bei der Eröffnungsveranstaltung des Kongresses wird Prof. Dr. Bertram Häussler vom IGES-Institut „die großen Erfolge von Medizin und Gesundheitsversorgung“ resümieren und Prof. Dr. Detlev Ganten, der Vorsitzende des Charité-Stiftungsrats, richtet den Blick auf „die großen Hoffnungen der Medizin für die Gesundheit“. 

      Der Hauptstadtkongress zieht auch in diesem Jahr wieder eine Vielzahl hochrangiger Politiker aus Bund und Ländern an: Neben Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles sind fünf Staatssekretäre der Bundesregierung dabei: Annette Widmann-Mauz, MdB, der Patientenbeauftragte der Bundesregierung Karl-Josef Laumann, Lutz Stroppe, Ingrid Fischbach, MdB, und Thomas Rachel, MdB. Aus den Ländern kommen Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (Hamburg), Gesundheitsministerin Barbara Steffens (NRW) und Gesundheitssenator Mario Czaja (Berlin). Insgesamt 15 Abgeordnete repräsentieren die Gesundheitspolitik des Bundestages. 

      Auch aus der Gesetzlichen Krankenversicherung stehen beim Hauptstadtkongress hochrangige Persönlichkeiten auf der Bühne: Ulrike Elsner (vdek), Martin Litsch (AOK), Dr. Christoph Straub (Barmer GEK), Prof. Dr. h. c. Herbert Rebscher (DAK). Und für den G-BA Prof. Josef Hecken sowie Dr. Christof Veit für das IQTiG. 

      Aus der Wissenschaft sorgen meinungsstarke Forscher für interessante Kontroversen, wie etwa der Vorstandsvorsitzende der Charité, Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, der Pharmakritiker Prof. Dr. Gerd Glaeske, der Gesundheitsökonom und Bundestagsabgeordnete Prof. Dr. Karl Lauterbach, MdB, der Politikberater Prof. Dr. Dr. h. c Bert Rürup und der Ökonom Prof. Dr. Jürgen Wasem

      Der 19. Hauptstadtkongress findet vom 8. bis 10. Juni 2016 im CityCube Berlin statt. 

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Wir bitten außerdem um eine Kopie des aktuellen Presseausweises folgender Institutionen, die Presseausweise nur an hauptberufliche Journalisten ausgeben: DJV, dju, BDZV, VDZ oder Freelens. Korrespondenten aus dem Ausland bitten wir um eine schriftliche Auftragsbestätigung ihrer Redaktion und die Vorlage eines Mitgliedsausweises einer anerkannten Organisation ausländischer Pressevertreter (z.B. Verein der ausländischen Presse).

Ihren Akkreditierungswunsch richten Sie bitte an folgende E-Mail-Adresse (Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mail):

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Selbstverständlich besteht auch die Möglichkeit, sich vor Ort gegen Vorlage einer entsprechenden Legitimation (siehe oben) zu akkreditieren. Einfacher und schneller für beide Seiten ist aber eine Vorab-Akkreditierung.

Ein Rechtsanspruch auf Akkreditierung besteht nicht. Die Veranstalterin behält sich grundsätzlich vor, ein Akkreditierungsgesuch abzulehnen. Bei Ablehnung einer Akkreditierung verbleibt selbstverständlich die Möglichkeit, über den Kauf einer Eintrittskarte beim Kongress dabei zu sein.

Nicht akkreditiert werden:

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Auch Blogger können eine Akkreditierung in Anspruch nehmen, sofern sie vorhaben unmittelbar über den Kongress oder einzelne seiner Veranstaltungen zu berichten. Voraussetzung für die Akkreditierung ist jedoch eine entsprechend hohe journalistische Relevanz des Blogs (beispielsweise aufgrund hoher Reichweite). Um diesbezüglich eine sorgfältige Einzelfallprüfung zu ermöglichen, kann die Akkreditierung von Bloggern nur vorab erfolgen, eine Akkreditierung vor Ort ist für Blogger grundsätzlich ausgeschlossen.

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Ralf-Thomas Hillebrand
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