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Presse

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Der Hauptstadtkongress unterstützt Medien bei der Berichterstattung auf vielfältige Weise. Um über alle wichtigen Ereignisse vorab informiert zu werden, können sich Journalisten in den Presseverteiler aufnehmen lassen. Aktuelle Echtzeitinformationen, etwa über neue gratis verwendbare Pressefotos, liefert unser Twitter-Feed.

    Pressemitteilungen

    • 10.06.2016 - Hauptstadtkongress: Die Zukunft der Gesundheit war in Berlin

      Nach drei Tagen ist am Freitag der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit zu Ende gegangen. Die jährliche Leitveranstaltung der Gesundheitsbranche, die bereits zum neunzehnten Mal stattfand, lockte deutlich mehr als 8.000 Teilnehmer in den Berliner CityCube. In rund 200 Einzelveranstaltungen diskutierten Spitzenpolitiker, Wissenschaftler und Vertreter aller Berufsgruppen der Gesundheitswirtschaft die Zukunft des Gesundheitswesens. 

      Das Leitthema hieß in diesem Jahr „Innovationen“. Bereits in der Eröffnungsveranstaltung hatte Annette Widmann-Mauz, MdB, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesgesundheitsminister, die Haltung der Bundesregierung deutlich gemacht, dass das Solidarsystem nur nützliche Innovationen finanzieren könne. Der Begriff Innovation sei „kein Gütesiegel an sich, sondern Nutzen müsse evidenzbasiert nachgewiesen werden“, so Widmann-Mauz. Die Innovationsstrategie der Bundesregierung sehe dafür drei Voraussetzungen: Erstens müssten „echte Innovationen einen wirklichen Fortschritt für Lebensqualität und Lebenschancen“ bringen. Zweitens müssten sich Innovationen am Versorgungsbedarf orientieren. Und drittens dürften wirkliche Innovationen „keine Eintagsfliegen“ sein. 

      Der frühere Berliner Gesundheitssenator und heutige Kongresspräsident des Hauptstadtkongresses, Ulf Fink, hob hervor, dass es essenziell für das deutsche Gesundheits-wesen sei, eine Innovationskultur zu entwickeln: „Dafür muss man bereit sein, etwas zu riskieren“, so Fink. 

      Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, MdB, sprach sich auf dem Hauptstadtkongress für intensiveres Engagement der Wirtschaft in der betrieblichen Gesundheitsförderung aus. Nur 20 Prozent der Betriebe seien in diesem Bereich aktiv, kritisierte die Ministerin. Zu „gesundem Arbeiten“ gehörten aber auch selbstbestimmtere Arbeitszeiten. Nahles beschrieb Software-Innovationen wie ein „Schicht-Doodle“, bei dem über Software die Arbeitszeitwünsche aller Mitarbeiter optimal berücksichtigt werden könnten. „Die Flexibilisierungsbedürfnisse der Arbeitnehmer können dadurch gut mit den Flexibilisierungsbedürfnissen der Wirtschaft in Einklang gebracht werden“, so die Ministerin. 

      Vor dem Hintergrund, dass mit zunehmender Digitalisierung auch die Anforderungen an die Qualifikation und Weiterbildung der Arbeitnehmer steigen, sprach sich Arbeitsministerin Nahles dafür aus, die Bundesagentur für Arbeit in eine „Bundesagentur für Arbeit und Qualifikation“ umzugestalten. 

      Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, hob auf der Bühne des Hauptstadtkongresses die Wichtigkeit der vielfältigen Gesetzesvorhaben der Bundesregierung zur Stärkung der Pflege hervor: „Pflege hat in dieser Legislaturperiode einen ganz zentralen Stellenwert eingenommen.“ 

      Der auf dem Kongress vorgestellte Krankenhaus Rating Report 2016 des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt eine gleichbleibende Insolvenzgefahr für deutsche Krankenhäuser. 11 Prozent der etwa 1.800 deutschen Kliniken befinden sich in erhöhter Gefahr eines Konkurses. Während durch die Modernisierungsprogramme in den neuen Bundesländern die Insolvenzgefahr dort deutlich niedriger liegt, erreicht sie in Baden-Württemberg mittlerweile fast 50 Prozent aller Krankenhäuser. Die kumulierte Investitionslücke deutscher Krankenhäuser beträgt nach Angaben der RWI-Forscher 28 Milliarden Euro. 

      Aufsehen erregte der Auftritt des US-amerikanischen Pioniers der regenerativen Medizin, Prof. Dr. Anthony Atala. Der Forscher und sein Team beschäftigen sich am Wakefield Forest Institute mit der künstlichen Erzeugung menschlichen Gewebes und menschlicher Organe aus körpereigenen Zellen. Patienten leben bereits mit Organen aus Atalas Labor, wie etwa mit einer Harnblase, einer Vagina und Knochensegmenten. Ziel der Wissenschaftler ist es, die Transplantationsmedizin von ihrem Engpass bei Spenderorganen zu befreien. 

      Auch die unter dem Dach des Hauptstadtkongresses stattfindenden drei Fachkongresse nahmen sich drängender Fragestellungen an: 

      Der Managementkongress Krankenhaus Klink Rehabilitation beschäftigte sich intensiv mit der Digitalisierung, bei der deutsche Kliniken – etwa im Vergleich zu skandinavischen Ländern – deutlich in Rückstand geraten sind. Aber auch Cyberangriffe auf Krankenhäuser waren Thema einer eigenen Veranstaltung. 

      Das Deutsche Ärzteforum blickte auf die herausragenden Innovationen in Diagnostik und Therapie, die mit Nanotechnologien und auf die genomisch auf den Patienten abgestimmten Behandlungsmethoden derzeit vor allem die Onkologie revolutionieren. Aber auch neue, wirkungsvollere Strategien gegen Krankenhausinfektionen mit resistenten Erregern wurden präsentiert. 

      Der Deutsche Pflegekongress brachte eine Vielzahl von Kontroversen zu Tage, wie dem Pfegenotstand beizukommen sei. Dass die Veranstaltung zu dem teilweise umstrittenen, schrittweise in Kraft tretende Pflegeberufegesetz aus allen Nähten platzte, zeigt, wie groß der Diskussionsbedarf zwischen Politik und Pflegeberufen ist. 

      Kongresspräsident Ulf Fink hob die vielfältigen Einblicke hervor, die Kongressbesucher in die Zukunftstrends von regenerativer Medizin, Präzisionsmedizin, Versorgungsforschung, Digitalisierung und viele weitere Bereiche erhalten haben. „Die Aussage ‚die Zukunft der Gesundheit kommt nach Berlin‘ hat sich mit dem heute zu Ende gegangenen Hauptstadtkongress bewahrheitet”, so Fink zum Abschluss des Mega-Events. 

      Der nächste Hauptstadtkongress findet vom 20. bis 22. Juni 2017 statt. 

    • 09.06.2016 - Krankenhaus Rating Report 2016: Patient Krankenhaus stabilisiert sich, ist aber nicht fit für die Zukunft

      Die Insolvenzwahrscheinlichkeit deutscher Krankenhäuser ist im Jahr 2014 weitgehend unverändert geblieben, ihre Ertragslage hat sich hingegen verbessert. Nach wie vor ist die Kapitalausstattung der Krankenhäuser jedoch unzureichend, der jährliche Investitionsbedarf von mindestens 5,5 Milliarden Euro wird derzeit nicht erreicht. Die Alterung der Gesellschaft wird zudem zu einem steigenden Bedarf an medizinischen Fachkräften führen. Bei den Gesetzlichen Krankenkassen tut sich eine Kosten-Erlös-Schere auf. Zu diesen und vielen weiteren Ergebnissen kommt die zwölfte Ausgabe des „Krankenhaus Rating Report“, der heute im Rahmen des „Hauptstadtkongress 2016 – Medizin und Gesundheit“ in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Er wurde gemeinsam vom RWI, der Institute for Healthcare Business GmbH (hcb) und der Philips GmbH erstellt. 

      Die Insolvenzwahrscheinlichkeit deutscher Krankenhäuser ist im Jahr 2014 gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert geblieben. 11 Prozent befanden sich im „roten Bereich“ mit erhöhter Insolvenzgefahr. Ihre Ertragslage hat sich indessen verbessert, die Umsatzrendite stieg von 1,3 auf 1,8 Prozent. Auf Konzernebene schrieben 23 Prozent der Krankenhäuser einen Jahresverlust, 2013 waren es noch 30 Prozent. Aufgrund der verbesserten Ertragslage waren 2014 zudem 54 Prozent der Kliniken voll investitionsfähig. Jedoch ist die Kapitalausstattung der Krankenhäuser noch immer  unzureichend. Ihr jährlicher Investitionsbedarf (ohne Universitätskliniken) beträgt mindestens 5,5 Milliarden Euro. Die Länder steuern nach wie vor nur die Hälfte davon bei, die Krankenhäuser aus eigener Kraft ca. 1,9 Milliarden Euro. Dabei gibt es allerdings große länderspezifische Unterschiede. Der kumulierte Investitionsstau beträgt rund 28 Milliarden Euro. Bei Fortschreibung des Status quo aus 2014 würde der Anteil der Krankenhäuser mit erhöhter Insolvenzgefahr bis 2020 auf 23 Prozent steigen. Berücksichtigt man die Maßnahmen des Krankenhausstrukturgesetzes (KHSG) ab 2016, dürfte der Anteil mit Insolvenzgefahr (auf Konzernebene) bis 2020 dagegen nahezu konstant bei 12 Prozent bleiben. 

      Zu diesen Ergebnissen kommt der zwölfte „Krankenhaus Rating Report“, den das RWI, die Institute for Healthcare Business GmbH (hcb) und die Philips GmbH gemeinsam erstellt haben und dessen Ergebnisse im Rahmen des „Hauptstadtkongress 2016 – Medizin und Gesundheit“ in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Der Report basiert auf einer Stichprobe von 517 Jahresabschlüssen aus dem Jahr 2013. Sie umfassen insgesamt 871 Krankenhäuser mit einem am Umsatz gemessenen Marktanteil von 69 Prozent. Zudem flossen 333 Jahresabschlüsse aus dem Jahr 2014 in die Auswertung ein. 

      Ostdeutschen Kliniken geht es nach wie vor wirtschaftlich am besten 

      In den ostdeutschen Bundesländern war die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser auch im Jahr 2014 wieder am besten. Am schwierigsten war sie in Niedersachsen/Bremen, Baden-Württemberg und Hessen. Auch wenn Verbesserungen zu beobachten sind, bleiben in vielen Regionen die Krankenhausstrukturen ungünstig, es gibt zu viele kleine Einrichtungen, eine zu hohe Krankenhausdichte und zu wenig Spezialisierung. Gerade ein hoher Spezialisierungsgrad ist jedoch in wirtschaftlicher und qualitativer Hinsicht vorteilhaft. 

      Bei einer Betrachtung nach Trägern lagen 21 Prozent der öffentlich-rechtlichen Häuser im Jahr 2014 im „roten Bereich“, 10 Prozent der freigemeinnützigen und 3 Prozent der privaten. Damit hat sich die Situation vor allem bei öffentlich-rechtlichen Häusern leicht verschlechtert. 

      Ländliche Grundversorger mit wirtschaftlichen Problemen 

      Die Zahl der Krankenhausfälle stieg 2014 um 1,9 Prozent, das gesamte Leistungsvolumen (Casemixvolumen) um 2,0 Prozent. Die Zahl der Betten blieb unverändert bei knapp über 500 000, während sich die Zahl der Krankenhäuser um 0,9 Prozent auf 1 980 verringerte. Auch die durchschnittliche Verweildauer der Patientinnen und Patienten sank weiter auf 7,4 Tage. Die Krankenhauskosten je Einwohner waren im Jahr 2014 mit rund 892 Euro in Baden-Württemberg am niedrigsten und mit 1 203 Euro im Saarland am höchsten.  

      In einer Sonderanalyse wurden zudem die ländlichen Grundversorger näher untersucht. Dazu zählen Krankenhäuser mit 50 bis 200 Betten, die nicht in kreisfreien Städten oder Stadtstaaten liegen und keine Fachkliniken sind. Im Jahr 2014 gab es insgesamt 231 solcher ländlicher Grundversorger mit rund 133 Betten je Einrichtung, vor allem in den Bereichen „Innere Medizin“ und „Chirurgie“. Ihre wirtschaftliche Lage war schlechter als der Durchschnitt. Insbesondere in schrumpfenden ländlichen Regionen sollten daher neue Gesundheitsangebote geschaffen werden. Diese sollten zum einen Kapazitäten zentral und sektorenübergreifend bündeln, zum anderen durch mobile Dienste und moderne Technik die Fläche abdecken und insbesondere die Notfallversorgung sicherstellen. 

      Alterung der Gesellschaft bringt erhöhten Bedarf an Pflegefachkräften 

      Hinsichtlich der Personalausstattung des Pflegedienstes im Krankenhaus sehen die Autoren keinen akuten Handlungsbedarf. Der Bedarf an Pflegefachkräften wird jedoch durch die zunehmende Alterung der Gesellschaft weiter wachsen. Rein demografisch bedingt dürfte die Zahl der Fälle im Krankenhaus bis zum Jahr 2020 um 3 Prozent, bis zum Jahr 2030 um 5 Prozent steigen. Berücksichtigt man zudem die Trends in der Häufigkeit bestimmter Krankheiten und das ambulante Potenzial, könnte die Zahl der Fälle bis 2020 um 7 Prozent, bis 2030 sogar um 18 Prozent zunehmen. Daher sollten bereits jetzt Maßnahmen ergriffen werden, die dem Arbeitsmarkt kurz-, mittel- und langfristig mehr Pflegefachkräfte zur Verfügung stellen.  

      Aufgrund des steigenden Bedarfs an Gesundheitsleistungen tut sich nunmehr eine „Kosten-Erlös-Schere“ auf Seiten der Gesetzlichen Krankenkassen auf. Es ist davon auszugehen, dass sich die beitragspflichtigen Einnahmen der Kassen in diesem Jahr um 4,3 Prozent erhöhen, ihre Ausgaben aber um 5,4 Prozent wachsen werden. Die Finanzierungslücke dürfte sich in den kommenden Jahren und besonders in den 2020er Jahren vergrößern. Schon nach der Bundestagswahl 2017 könnte es zu Kostendämpfungsgesetzen kommen, die die derzeit stabilen Aussichten für Krankenhäuser gefährden könnten. 

      Zur Abmilderung von künftigen Leistungsrationierungen und Beitragssatzerhöhungen sind ein solides Wirtschaftswachstum sowie Maßnahmen nötig, die die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen dämpfen und die Produktivität der Leistungserbringung im Gesundheitswesen erhöhen. Die Autoren empfehlen einen bundesweiten „Investitionspakt“ sowie einen „Pakt für ländliche Versorgung“, um mit Hilfe von sektorenübergreifenden Angeboten die Menschen auf dem Land weiterhin adäquat versorgen zu können. Zudem empfehlen sie eine Weiterentwicklung des DRG-Systems, um bestehende Fehlanreize zu reduzieren, Prozess- und Systemoptimierung, um das knapper werdende Personal so effizient wie möglich einzusetzen, mehr Qualitätswettbewerb und mehr Marktdynamik, um weniger effiziente durch effizientere Angebote zügiger ersetzen zu können, Verbundbildung und Netzwerkmedizin, um Schwerpunkte zu bilden, Digitalisierung und eine breite Versorgungsforschung, um Qualität besser identifizieren zu können. 

      Weitere Informationen: 

      Prof. Dr. Boris Augurzky (RWI), Tel.: (0201) 81 49-203 
      Sabine Weiler (Pressestelle), Tel.: (0201) 81 49-213 
      Dr. Sebastian Krolop (Philips), Tel.: (0151) 29 908 758 

      Dieser Pressemitteilung liegt die Studie "Krankenhaus Rating Report 2016: Mit Rückenwind in die Zukunft?" zugrunde. Sie enthält unter anderem zahlreiche grafisch aufbereitete Darstellungen und Krankenhausbenchmarks.  

    • 08.06.2016 - Hauptstadtkongress: Sanktionen bei weiteren Verzögerungen der Telematik-Infrastruktur

      Die parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz (CDU) aus dem Bundesgesundheitsministerium hat wegen der schleppenden Umsetzung der Telematikinfrastruktur Sanktionen angekündigt, sofern die Teilnehmer des Projekts zur Vernetzung im Gesundheitswesen weiterhin Umsetzungsfristen verstreichen lassen. Bei der Eröffnung des Hauptstadtkongresses Medizin und Gesundheit in Berlin sagte Widmann-Mauz: „Wir überlassen nichts mehr dem Zufall, wir drohen Sanktionen an.“ Die Gesundheitspolitikerin beklagte, es gäbe tolle Projekte, aber die kämen nicht zueinander, „weil die Datenautobahn fehlt“. 

      In ihrer Rede vor rund 1.600 Teilnehmern des Hauptstadtkongresses, dessen Leitthema Innovationen sind, erläuterte Widmann-Mauz darüber hinaus die Innovationsstrategie der Bundesregierung. Innovation sei „kein Gütesiegel an sich, sondern Nutzen müsse evidenzbasiert nachgewiesen werden“. Drei Voraussetzungen müssten dafür gegeben sein: Erstens müssten „echte Innovationen einen wirklichen Fortschritt für Lebensqualität und Lebenschancen“ bringen. Zweitens müssten sich Innovationen am Versorgungsbedarf orientieren. Und drittens dürften wirkliche Innovationen „keine Eintagsfliegen“ sein. 

      Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hatte sich zuvor in einer Videobotschaft dafür entschuldigt, an der Kongresseröffnung - einem „Pflichttermin für einen Bundesgesundheitsminister“ - nicht teilnehmen zu können, da er zeitgleich die deutsche Delegation bei der UNAIDS-Konferenz in New York leite. 

      In der Eröffnungsveranstaltung des wichtigsten Kongresses der deutschen Gesundheitswirtschaft präsentierte Prof. Dr. Bertram Häussler vom IGES-Institut am Beispiel des Kampfes gegen die koronare Herzerkrankung, wie Investionen zu Innovationen und schließlich zu drastischem Abfallen der Sterblichkeit führen könne. Innerhalb eines halben Jahrhunderts habe sie um drei Viertel gesenkt werden können.  Dieser Prozess sei jedoch langfristig, betonte Häussler: „Der Erfolg ist nicht linear.  Der Erfolg hat sich erst nach Jahrzehnten eingestellt.“ Er mahnte deshalb: „Forschung und Entwicklung brauchen Mut. Politik muss so gestalten, dass der Prozess nicht abgewürgt wird.“ 

      Im Anschluss an die Eröffnungsveranstaltung gab Prof. Dr. Anthony Atala, Pionier der regenerativen Medizin, eine Lecture. Atala und sein Team befassen sich am Wakefield Forest Institute im US-Staat North Carolina mit der künstlichen Erzeugung von Gewebe und Organen aus Körperzellen von Patienten. Es leben bereits Patienten von Atala mit im Labor erzeugter Blase, Vagina und Knochenteilen. Derzeit arbeiten die Forscher am 3D-Druck von Organen. Atala präsentierte den Zuhörern des Hauptstadtkongresses auch einen „Body-on-a-chip“, bei dem kleine, aus menschlichen Zellen gezüchtete Organe – so genannte „Organoide“ – einen kompletten menschlichen Körper im Kleinmaßstab darstellen. Mit dem Body-on-a-chip sollen Medikamente getestet werden – und zwar vor allem auch in ihrer spezifischen Wirkung auf den Patienten, von dem Zellen auf dem Chip eingesetzt wurden. 

      Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit läuft noch bis zum 10. Juni. Rund 8.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Branchen des Gesundheitswesens diskutieren im Berliner CityCube die gesundheitspolitischen Reformvorhaben und stellen die Weichen zur Modernisierung des Gesundheitswesens. 

      Die Lecture von Prof. Dr. Anthony Atala wird noch heute unter folgendem URL verfügbar sein: http://www.hauptstadtkongress.de/hsk16-atala/ 

    • 07.06.2016 - Innovationen im Gesundheitssektor: Die Zukunft der Gesundheit kommt nach Berlin

      Am morgigen Mittwoch beginnt im Berliner CityCube zum neunzehnten Mal der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit, der größte Kongress für Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft in Deutschland. Für drei Tage treffen mehr als 8.000 Entscheidungsträger aus Politik, Kliniken, Gesundheitswirtschaft, Ärzteschaft, der medizinischen Forschung, Pflege und von Kostenträgern zu der jährlichen Leitveranstaltung der Branche zusammen. Bei etwa 200 Einzelveranstaltungen werden über 600 Referentinnen und Referenten auftreten. 

      Der Hauptstadtkongress hat sich in diesem Jahr das Leitthema „Innovationen“ gegeben. Schon bei der Eröffnung des Kongresses steht dies im Fokus, wenn Prof. Dr. Bertram Häussler vom IGES-Institut „die großen Erfolge von Medizin und Gesundheitsversorgung“ resümiert und Prof. Dr. Detlev Ganten, der Vorsitzende des Charité-Stiftungsrats den Blick auf "die großen Hoffnungen der Medizin für die Gesundheit“ richten wird. 

      In einer Lecture wird der in der Fachwelt gefeierte Star der regenerativen Medizin, Prof. Dr. Anthony Atala, Direktor des Wake Forest Institute for Regenerative Medicine, Winston-Salem/USA, über die künstliche Erzeugung von menschlichem Gewebe und Organen für die Transplantationsmedizin sprechen. Derzeit stirbt alle 30 Sekunden ein Patient an einer Krankheit, die mit Gewebeersatz oder einer Transplantation hätte behandelt werden können – die Zahl freiwilliger Spender ist zu gering. Im Labor erzeugte Implantate könnten helfen und viele Menschenleben retten. Erste Patienten leben bereits mit im Labor erzeugten Implantaten, wie etwa einer Harnblase, einer Vagina oder Blutgefäßen. Atala arbeitet nun daran, Organe mittels 3D-Drucks zu erzeugen. 

      Auch in der Pflege sind Innovationen ein zunehmend wichtiges Thema – schon macht das Schlagwort der „Pflege-Robotik“ die Runde. So kann der Prototyp eines Roboters Heimbewohnern nicht nur Wasser ausschenken, sondern per Gesichtserkennung auch für jeden Einzelnen die getrunkene Menge registrieren. Die Geruchssensoren eines anderen Systems melden Inkontinenzereignisse an die Stationsleitung. Und ein japanischer Roboter kann bereits Patienten aus dem Bett heben und zur Toilette bringen. Können Roboter helfen, den Pflegenotstand zu entschärfen? Wie wäre das unter ethischen Kriterien zu beurteilen? Auch darüber wird auf dem Hauptstadtkongress und dem unter seinem Dach stattfindenden Deutschen Pflegekongress diskutiert. 

      Das ebenfalls unter dem Dach des Hauptstadtkongresses stattfindende Deutsche Ärzteforum widmet sich Innovationsthemen, wie eHealth, Digitalisierung, Molekularer Medizin oder den hoffnungsträchtigen Erfolgen in der Onkologie, wo Präzisionsmedizin und Immuntherapie einen Durchbruch im Kampf gegen den Krebs bringen könnten. Derartige zum Teil sehr kostenintensive Therapien werfen aber – genau wie neue bildgebende Diagnostik durch Positronenemissionstomographie oder Magnetic Particle Imaging – auch wirtschaftliche Fragen auf: Wie fördert man Innovationen? Wie gelangen sie möglichst schnell zum Patienten? Wie können Innovationen gerecht und transparent bewertet werden, um zu entscheiden, ob das Solidarsystem für sie aufkommt? Dazu gehen die Positionen von Experten immer häufiger weit auseinander. 

      Auf dem dritten im Rahmen des Hauptstadtkongresses stattfindenden Fachkongress, dem Managementkongress Krankenhaus Klinik Rehabilitation, geht es vor allem um „Medizin 4.0“: Welche Kliniken werden Gewinner sein im Prozess der Digitalisierung? Im Blickpunkt stehen wird auch die Veröffentlichung des Krankenhaus Rating Reports 2016 des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung, der wie immer auf dem Hauptstadtkongress vorgestellt wird. Der Report untersucht alljährlich die finanzielle Lage der deutschen Kliniken. 

      Traditionell ist die aktuelle Gesundheitspolitik Thema bei vielen Veranstaltungen des Hauptstadtkongresses. In diesem Jahr zählen dazu: das Krankenhausstrukturgesetz, das Antikorruptionsgesetz, das Präventionsgesetz, die Pflegestärkungsgesetze I und II, das Pflegeberufegesetz und das eHealth-Gesetz. 

      Weitere Höhepunkte sind: 

      Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, MdB, stellt sich Fragen zu Gesundheitsvorsorge, Prävention, Arbeitsschutz und demografischer Entwicklung. 

      Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz, MdB, gibt im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung in einem neuen Interviewformat auf der Bühne Auskunft zu den gesundheitspolitischen Konzepten der Bundesregierung. 

      Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, stellt sich den Fragen eines Journalisten zu den wichtigsten aktuellen Themenfeldern der Gesundheits- und Sozialpolitik. Schwerpunktthemen werden unter anderem die Sicherung der Versorgung in ländlichen Gebieten und die Situation im Bereich stationärer und ambulanter Pflege sein. 

      Eine Bundestagsrunde mit den gesundheitspolitischen Sprecherinnen der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU, SPD und Grünen, Maria Michalk, MdB, Hilde Mattheis, MdB, und Maria Klein-Schmeink, MdB, diskutiert die Zukunft der Finanzierung des Gesundheitswesens. 

      Der Leiter des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen, Dr. Christof Veit, zieht eine Zwischenbilanz zu Qualitätskriterien für Leistungserbringer und Pay-for-Performance. 

      Der G-BA-Vorsitzende, Prof. Josef Hecken, erläutert, wie der Milliardentopf des Innovationsfonds verteilt wird. 

      Prof. Dr. Bert Rürup warnt vor einer Aushöhlung der Finanzierungsbasis der Sozialversicherungen, denn vieles spricht dafür, dass es im Zeitalter der Industrie 4.0 zu einem Rückgang des Anteils der sozialversicherungspflichtigen Löhne am Volkseinkommen kommen wird. Rürup diskutiert seine Ideen auf der Bühne des Hauptstadtkongresses mit Prof. Dr. Karl Lauterbach, MdB.

    • 02.06.2016 - Hauptstadtkongress beginnt am Mittwoch: Viel Prominenz und Exzellenz auf dem Podium

      Mehr als 8.000 Entscheidungsträger aus Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft kommen zusammen, wenn am kommenden Mittwoch, dem 8. Juni 2016, der 19. Hauptstadtkongress eröffnet wird. Bei knapp 200 Einzelveranstaltungen werden über 600 Redner, Referenten und Diskussionsteilnehmer auftreten – darunter viele Spitzenpolitiker aus Bund und Ländern, prominente Wissenschaftler und Führungspersönlichkeiten aus Institutionen des Gesundheitswesens. 

      Das Leitthema heißt in diesem Jahr: Innovationen. Ein führender Kopf einer der derzeit innovativsten medizinischen Forschungsbereiche stellt seine Arbeit auf dem Hauptstadtkongress in einer Lecture der deutschen Öffentlichkeit vor: Der in der Fachwelt gefeierte Star der regenerativen Medizin, Prof. Dr. Anthony Atala, Direktor des Wake Forest Institute for Regenerative Medicine, Winston-Salem/USA, erzeugt im Labor künstliches Gewebe und Organe aus menschlichen Zellen für die Transplantationsmedizin. Aktuell arbeiten Atala und sein Team daran, Organe mittels 3D-Drucks zu produzieren. 

      Bei der Eröffnungsveranstaltung des Kongresses wird Prof. Dr. Bertram Häussler vom IGES-Institut „die großen Erfolge von Medizin und Gesundheitsversorgung“ resümieren und Prof. Dr. Detlev Ganten, der Vorsitzende des Charité-Stiftungsrats, richtet den Blick auf „die großen Hoffnungen der Medizin für die Gesundheit“. 

      Der Hauptstadtkongress zieht auch in diesem Jahr wieder eine Vielzahl hochrangiger Politiker aus Bund und Ländern an: Neben Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles sind fünf Staatssekretäre der Bundesregierung dabei: Annette Widmann-Mauz, MdB, der Patientenbeauftragte der Bundesregierung Karl-Josef Laumann, Lutz Stroppe, Ingrid Fischbach, MdB, und Thomas Rachel, MdB. Aus den Ländern kommen Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (Hamburg), Gesundheitsministerin Barbara Steffens (NRW) und Gesundheitssenator Mario Czaja (Berlin). Insgesamt 15 Abgeordnete repräsentieren die Gesundheitspolitik des Bundestages. 

      Auch aus der Gesetzlichen Krankenversicherung stehen beim Hauptstadtkongress hochrangige Persönlichkeiten auf der Bühne: Ulrike Elsner (vdek), Martin Litsch (AOK), Dr. Christoph Straub (Barmer GEK), Prof. Dr. h. c. Herbert Rebscher (DAK). Und für den G-BA Prof. Josef Hecken sowie Dr. Christof Veit für das IQTiG. 

      Aus der Wissenschaft sorgen meinungsstarke Forscher für interessante Kontroversen, wie etwa der Vorstandsvorsitzende der Charité, Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, der Pharmakritiker Prof. Dr. Gerd Glaeske, der Gesundheitsökonom und Bundestagsabgeordnete Prof. Dr. Karl Lauterbach, MdB, der Politikberater Prof. Dr. Dr. h. c Bert Rürup und der Ökonom Prof. Dr. Jürgen Wasem

      Der 19. Hauptstadtkongress findet vom 8. bis 10. Juni 2016 im CityCube Berlin statt. 

    • 31.05.2016 - Ein Visionär auf dem Podium: Prof. Dr. Anthony Atala spricht über regenerative Medizin

      Der in der Fachwelt gefeierte Star der regenerativen Medizin, Prof. Dr. Anthony Atala, Director des Wake Forest Institute for Regenerative Medicine, Winston-Salem/USA, spricht in seiner Lecture am ersten Kongresstag über eine große Hoffnung der Medizin: Derzeit stirbt alle 30 Sekunden ein Patient an einer Krankheit, die mit Gewebeersatz oder einer Transplantation hätte behandelt werden können – doch die Zahl freiwilliger Spender ist zu gering. Im Labor erzeugte Implantate könnten helfen und viele Menschenleben retten. 

      Dr. Atala und sein Team sind weltweit führend in der künstlichen Erzeugung von menschlichem Gewebe und sogar Organen für die Transplantationsmedizin. Erste Patienten leben bereits mit einer Reihe von im Labor erzeugten Implantaten: Knochen, Knorpel, Haut, Hornhaut, Blase, Blutgefäße, Vagina, Muskeln oder Segmenten des Harntrakts. Weltweite Aufmerksamkeit erhielten die Wissenschaftler zuletzt für ihre Publikation, mit der sie die Machbarkeit des 3D-Drucks lebender Zellstrukturen als Ersatz für verletztes oder erkranktes Gewebe nachwiesen. 

      Nach dieser besonderen Lecture folgt die Veranstaltung mit dem Titel „Zukunft der Medizin“: Der Vorstandsvorsitzende einer der größten Universitätskliniken Europas, der Charité, Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, der Deutschland-Chef des zweitgrößten Pharmaunternehmens der Welt, Pfizer, Peter Albiez, und der Bioinformatikunternehmer und Biotech-Investor Dr. Friedrich von Bohlen von Molecular Health erläutern ihre Zukunfsthoffnung und stellen sich der Diskussion mit Dr. Atala. 

      Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit ist mit mehr als 8.000 Entscheidern aus Gesundheitswirtschaft und Politik die jährliche Leitveranstaltung der Branche. Der 19. Hauptstadtkongress findet vom 8. bis 10. Juni 2016 im CityCube Berlin statt. 

    • 19.05.2016 - Onkologie: Wann kommt der Durchbruch im Kampf gegen Krebs?

      Dank beachtlicher Fortschritte in der Krebstherapie können heute mehr als die Hälfte aller Krebspatienten geheilt werden - noch vor 30 Jahren war es gerade mal ein knappes Drittel. Bei bestimmten Krebsarten, so bei Melanomen, Prostata- oder Hodenkrebs liegt die 5-Jahres-Überlebensrate heute bei über 90 Prozent. 

      Die Wissenschaftler wecken Hoffnungen auf weitere Fortschritte: Neuartige Medikamente unterbrechen zum Tumorwachstum notwendige biochemische Signalketten oder hemmen die Angiogenese, das Wachstum von Blutgefäßen, das der Tumor für seine Blutversorgung aufbaut. Vor allem aber könnte die Immuntherapie den Durchbruch im Kampf gegen Krebs bringen: Bei ihr werden auf unterschiedliche Weise körpereigene Immunzellen aktiviert, um den Tumor zu zerstören - Tumoren und Metastasen verschwinden, zum Teil innerhalb kurzer Zeit. 

      Immer wichtiger wird in der Onkologie auch die personalisierte, so genannte Präzisionsmedizin, bei der die Behandlung auf individuelle genetische Merkmale der Patienten abgestimmt wird. Der Trend geht deshalb zugleich zu einer stratifizierten Medizin mit einer wachsenden Zahl immer speziellerer Therapien für homogene Patientenkollektive. 

      Ein Konflikt ist absehbar: Obwohl Zulassungs- und Nutzenbewertungsverfahren dadurch komplexer werden, erwarten Patienten schnelleren Zugang zu den für sie spezifisch geeigneten Therapien, jahrelange klinische Studien nach heutigen Evidenzkriterien werden sie kaum akzeptieren. 

      Gleich zwei Veranstaltungen auf dem Hauptstadtkongress beschäftigen sich mit den Zukunftstrends der Onkologie - und zwar im Rahmen des Deutschen Ärzteforums: 

      Unter dem Titel "Wann kommt der Durchbruch beim Thema Krebs? Neues aus der Onkologie" diskutieren: Prof. Dr. Bernhard Wörmann, Medizinischer Leiter der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie, Dirk Greshake, AstraZeneca Deutschland, Dr. Uwe Vosgerau, Gemeinsamer Bundesausschuss, Thomas Bodmer, Mitglied des Vorstands der DAK-Gesundheit, Wolfgang van den Bergh, Chefredakteur der Ärzte Zeitung, und Prof. Dr. Marek Tadeusz Zygmunt, Universitätsmedizin Greifswald. 

      Das Thema "Zur Notwendigkeit beschleunigter Zulassungsverfahren - Onkologie im Schnelldurchlauf?" erörtern Prof. Dr. Lothar Bergmann, Stellvertretender Direktor der Medizinischen Klinik II des Klinikums der Uni Frankfurt/Main und Sprecher des Tumorzentrums Rhein-Main, Dr. Jan Müller-Berghaus, Leiter des Referats Medizinische Grundsatzfragen des Paul-Ehrlich-Instituts, Dr. Florian Jantschak, Referent der Abteilung Arzneimittel des Gemeinsamen Bundesausschusses, Prof. Dr. Bernhard Wörmann, Charité Universitätsmedizin Berlin und Medizinischer Leiter der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie, und Prof. Dr. Clemens-Martin Wendtner, Städtisches Klinikum München. 

      Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit ist mit mehr als 8.000 Entscheidern aus Gesundheitswirtschaft und Politik die jährliche Leitveranstaltung der Branche. Der 19. Hauptstadtkongress findet vom 8. bis 10. Juni 2016 im CityCube Berlin statt. 

    • 18.05.2016 - Zertifikat als "Magnet-Klinik": Bringt das gutes Personal und viele Patienten?

      Es ist ein Konzept, um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen - dem Personalnotstand in der stationären Krankenpflege etwas Wirkungsvolles entgegenzusetzen und in Zeiten eines wettbewerbsgeprägten Gesundheitswesens Patienten für eine Klinik zu begeistern. Das Konzept heißt "Magnet-Klinik" - als Sinnbild dafür, qualifizierte Mitarbeiter und Patienten gleichermaßen anzuziehen. 

      Das Konzept hat das US-amerikanische American Nurses Credentialing Center (ANCC) in den 1990er Jahren ausgetüftelt. Das ANCC zertifiziert seitdem Kliniken, wenn bestimmte Qualitätskriterien in der Pflege erfüllt sind. Dazu gehören beispielsweise berufliche Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten für die Pflegekräfte, eine geringere Arbeitsbelastung auf den Stationen mit der Chance zu mehr Zuwendung und Beratung für die Patienten sowie auch die permanente empirische Evaluation der pflegerischen Qualität. 

      In etlichen Studien wiesen Magnetkrankenhäuser deutlich geringere Komplikations- und Sterblichkeitsraten auf als andere Kliniken, die vor allem auf die Relation Patienten pro Pflegekraft, aber auch auf bessere Ausbildung zurückzuführen waren. In den USA kommt kaum eine große Klinik mehr ohne Zertifizierung als Magnet-Klinik aus, will sie wirtschaftlich erfolgreich sein. 

      Ob und wie das Modell auf deutsche Krankenhäuser übertragbar sein könnte, wird Thema auf dem Hauptstadtkongress sein: Unter dem Titel "Patientenströme lenken, Mitarbeiter gewinnen - was genau macht eine Magnetklinik aus?" diskutieren Irmtraut Gürkan, Kaufmännische Direktorin des Universitätsklinikums Heidelberg, Andreas Schneider, Direktor Pflege und Patientenmanagement der Sozialstiftung Bamberg, Marcel Weigand, Weiße Liste, und Janina Colmorgen, Pflegerische Zentrumsleiterin des Zentrums für Innere Medizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. 

      Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit ist mit mehr als 8.000 Entscheidern aus Gesundheitswirtschaft und Politik die jährliche Leitveranstaltung der Branche. Der 19. Hauptstadtkongress findet vom 8. bis 10. Juni 2016 im CityCube Berlin statt. 

    • 10.05.2016 - Innovationen und Qualität - Professor Hecken vom G-BA auf dem Hauptstadtkongress

      Es geht um einen Milliardenbetrag und das Thema Qualität: Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) soll neue Versorgungsformen fördern und erforschen, um damit zur qualitativen Verbesserung der bestehenden Versorgung gesetzlich Krankenversicherter beizutragen. Zur Verfügung stehen vier Jahre lang jeweils 300 Millionen Euro. Der G-BA hat kürzlich die Förderkriterien festgelegt und vier Bereiche für förderungswürdige Projekte benannt: Arzneimitteltherapiesicherheit, Projekte im Bereich E-Health und Telemedizin, Versorgungsmodelle in strukturschwachen oder ländlichen Gebieten sowie Versorgungsmodelle für vulnerable Patientengruppen, wie etwa psychisch Kranke. Bis 5. Juli können Anträge auf Fördergelder eingereicht werden. 

      Unter dem Titel "Aktuelles aus dem G-BA: Projekte im Rahmen des Innovationsfonds" erläutert der unparteiische Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses Prof. Josef Hecken auf dem Hauptstadtkongress, welche Projekte Chancen auf Fördermittel haben. Mit ihm diskutieren: Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen, Dr. Norbert Mönter, Geschäftsführer der Psychiatrie Initiative Berlin Brandenburg, Stefan Oelrich, Sanofi Group Europe, und Joachim M. Schmitt, Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie. 

      In der Diskussion werden auch weitere, kontrovers diskutierte Aufgaben, die der Gesetzgeber dem G-BA übertragen hat, zur Sprache kommen: 

      • Bis Ende des Jahres soll der G-BA Qualitätsindikatoren benennen, die sich für eine qualitätsorientierte Krankenhausplanung eignen.
      • Bis Ende 2017 soll der G-BA einen Katalog von Leistungen festlegen, die sich für eine qualitätsabhängige Vergütung von Krankenhausleistungen mit Zu- und Abschlägen eignen.
      • Ebenfalls bis Jahresende soll der G-BA für die Notfallversorgung in Krankenhäusern ein Klassifizierungssystem festlegen, das auch über die Höhe von Sicherstellungszuschlägen entscheidet.
      • Der G-BA hat im März Verfahrensregelungen beschlossen, nach denen er künftig neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden mit Medizinprodukten hoher Risikoklasse bewerten wird.
      • Das Bundesgesundheitsministerium will bis zum Sommer einen Referentenentwurf vorbereiten, in dem die frühe Nutzenbewertung neuer Arzneimittel fortentwickelt werden soll. 


      Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit ist mit mehr als 8.000 Entscheidern aus Gesundheitswirtschaft und Politik die jährliche Leitveranstaltung der Branche. Der 19. Hauptstadtkongress findet vom 8. bis 10. Juni 2016 im CityCube Berlin statt. 

    • 04.05.2016 - "Medizin 4.0": Wie können Kliniken von der Vierten Industriellen Revolution profitieren?

      Der Chirurg sieht während der endoskopischen Operation auf einem Bildschirm, was er tut. Eine Stimme aus dem Computer sagt ihm, welchen OP-Schritt er jeweils auszuführen hat und was dabei zu beachten ist. Nähert er sich mit dem sensorbestückten Instrument einem sensiblen Punkt im Körper des Patienten, warnt die Stimme vor möglichen Kunstfehlern. Solche digitalen OP-Management-Systeme werden seit kurzem in Kliniken eingeführt. Vor allem helfen sie jungen Operateuren, schnell die Exzellenz erfahrener Kollegen zu erreichen. Die Qualitätsdaten der Klinik steigen dadurch nachweisbar. Und damit letztlich die Chancen auf schwarze Zahlen in der Krankenhausbilanz.

      Doch deutsche Krankenhäuser sind bei der Digitalisierung eher zögerlich: So sind Kliniken im europäischen Ausland etwa bei der elektronischen Übermittlung von Befunden, Patientenbriefen und Laborergebnissen an Ärzte, Krankenkassen oder andere Gesundheitsdienstleister deutlich weiter, wie eine Studie im Auftrag der EU-Kommission vor zwei Jahren befand. Nur sechs Prozent der deutschen Kliniken mit Akutversorgung waren zu diesem Zeitpunkt mit anderen Akteuren des Gesundheitswesens vernetzt. In Dänemark, Island und Schweden sind hingegen gut 50 Prozent der Krankenhäuser in ein übergreifendes IT-Gesundheitsnetzwerk eingebunden.

      Durch die konsequente Nutzung digitaler Technologien ließen sich erhebliche Effizienzreserven heben, sagen Fachleute. Nach einer Untersuchung meinen beispielsweise 83 Prozent der Führungskräfte, das Einkaufswesen ihrer Klinik könne von den Möglichkeiten der Digitalisierung profitieren – ein Indiz dafür, in wie vielen deutschen Kliniken es noch gang und gäbe ist, Verbrauchsgüter personalintensiv per Telefon zu bestellen. Nur 28 Prozent der deutschen Krankenhäuser besitzen bereits eine umfassende Strategie, wie sie Chancen und Herausforderungen der digitalen Transformation in der Gesundheitswirtschaft begegnen wollen, so eine Untersuchung aus dem vergangenen Jahr.

      Unter dem Titel „Medizin 4.0 krempelt Krankenhäuser um: Gewinner und Verlierer“ wird es Thema beim Hauptstadtkongress im Juni in Berlin sein, wo die deutschen Klinkiken stehen und wohin sie gelangen müssen. Das diskutieren: Dr. Jens Peukert, Vorstandsvorsitzender der Lohfert & Lohfert AG, Tomas Pfänder, Mitglied des Vorstands der UNITY AG, Dr. Michael Philippi, Mitglied des Vorstands der Sana Kliniken AG, Andreas Schlüter, Geschäftsführer der Klinikum Westfalen GmbH, Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Dr. Gerhard M. Sontheimer, Vanguard AG, und Dr. Gunter Trojandt, Geschäftsführer der Surgical Process Institute Deutschland GmbH. Moderiert wird die Session von Prof. Heinz Lohmann, wissenschaftlicher Leiter des Kongresses Krankenhaus Klinik Rehabilitation. 

      Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit ist mit mehr als 8.000 Entscheidern aus Gesundheitswirtschaft und Politik die jährliche Leitveranstaltung der Branche. Der 19. Hauptstadtkongress findet vom 8. bis 10. Juni 2016 im CityCube Berlin statt.

    • 27.04.2016 - Herausforderung für Personaler: junge Ärztinnen und Ärzte

      Ärzte unter 30 Jahren, sagten unverblümt „Privatleben kommt vor Arbeit“, so warnte kürzlich ein Artikel in einer medizinischen Fachzeitschrift. Das hat Folgen: Mehr und mehr junge Mediziner dieser Altersgruppe wollen in Teilzeit arbeiten. Ein Klinikdirektor beklagt sogar: „Wenn ich heute zwei Leute einstelle, sind sie so verfügbar wie einer!“

      Die Statistik bestätigt das: Laut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung stieg die Zahl der angestellten Vertragsärzte und –psychotherapeuten allein im Jahr 2015 um 10,6 Prozent – doch wegen des Trends zur Teilzeit wuchsen die geleisteten Arztstunden nur um ganze 0,2 Prozent. Offene Stellen für angestellte Humanmediziner bleiben deshalb auch weiterhin so lange unbesetzt wie in keiner anderen Berufsgruppe in Deutschland – 139 Tage, fast fünf Monate.

      Auch die Bundesärztekammer weiß von den Ansprüchen der jüngsten Medizinergeneration: „Wie zahlreiche Umfragen zeigen, legen diese jungen Ärzte großen Wert auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Beruf, Familie und Freizeit, auf feste Arbeitszeiten und flexible Arbeitszeitmodelle“, sagt Präsident Frank Ulrich Montgomery.

      Im Wettbewerb um die begehrten Nachwuchskräfte beginnen die Personalverantwortlichen in deutschen Klinken umzudenken: Wie kann man junge Ärzte gewinnen und binden? Klinikeigene Kitas und Kindergärten entstehen, Sabbaticals und Elternzeiten werden häufiger. Auch über den Führungsstil in den Kliniken wird immer häufiger diskutiert. Und es wird hinterfragt: Wie kann man junge Mediziner gesund und motiviert im Unternehmen halten?

      Wie der Trend den Medizinbetrieb verändert, diskutieren auf dem Hauptstadtkongress unter dem Titel „Junge Ärztinnen und Ärzte im Fokus! Lebensphasenorientierung - Arbeitsbedingungen – Karrierechancen“: Prof. Dr. Albert Nienhaus, Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, Dr. Kevin Schulte, Bündnis Junge Ärzte, Prof. Dr. Klaus Hahnenkamp, Universitätsmedizin Greifswald, und – als Moderatorin – Jessica Hanneken von der Deutschen Apotheker- und Ärztebank.

      Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit ist mit mehr als 8.000 Entscheidern aus Gesundheitswirtschaft und Politik die jährliche Leitveranstaltung der Branche. Der 19. Hauptstadtkongress findet vom 8. bis 10. Juni 2016 im CityCube Berlin statt.

    • 27.04.2016 - Pflege-Roboter - ein Segen oder ethisch zweifelhaft?

      Berlin, 27.04.2016 – Hightech-Systeme können alten Menschen im Alltag immer öfter mit intelligenten Lösungen helfen. Was die Industrie an Prototypen bereits entwickelt hat, ist beeindruckend: So ermittelt ein unter dem Parkett verlegter, gewichtssensitiver Bodenbelag, ob der Bewohner gestürzt ist und löst gegebenenfalls per Funk oder Internet Alarm aus. Oder das Licht wird automatisch eingeschaltet, wenn jemand nachts aufsteht. Ein weiteres System stellt Unregelmäßigkeiten fest: Wurde die Kühlschranktür eines Bewohners nicht, wie sonst immer, zur Frühstückszeit geöffnet, wird über ein Signal Hilfe herbeigeholt. Intelligente Überlaufsysteme für die Badewanne beispielsweise unterstützen Demenzkranke. 

      Können solche "vorpflegerischen Assistenzsysteme" nicht nur Alten helfen, sondern möglicherweise den Eintritt des Pflegefalls sogar hinauszögern? 

      Auch in der stationären Pflege ist die Robotik auf dem Vormarsch: Der Prototyp eines Roboters kann Heimbewohnern nicht nur Wasser ausschenken, sondern  er registriert nach Gesichtserkennung auch für jeden Einzelnen die getrunkene Menge. Die Geruchssensoren eines anderen Systems melden "Inkontinenzereignisse" an die Stationsleitung. Und ein japanischer Roboter kann bereits Patienten aus dem Bett heben und zur Toilette bringen. Nachgedacht wird auch schon über einen Roboter, der wie ein Kleidungsstück übergezogen wird und dem Nutzer Bewegungen auszuführen hilft, die der aus eigener Kraft nicht mehr ausführen kann. 

      Könnten Roboter möglicherweise den Personalnotstand mindern, der angesichts der demografischen Entwicklung noch stark zunehmen dürfte? 

      Viele Hoffnungen verknüpfen sich mit solchen Technologien. Aber es gibt auch Widerstand: In Japan hat man in Pflegeheimen technische Überwachungssysteme nach Protesten wieder abgebaut. Und auch hierzulande gebe es wenig Bereitschaft, sich bei Alltagsdingen wie Haare waschen, Trinken oder Gehen von Maschinen helfen zu lassen, sagt der Sprecher eines Technologiekonzerns. 

      Unter dem Titel "Pflegeroboter ja oder nein? Neue Technologien und Helfer für Pflegekräfte und Patienten" diskutieren technologische, gesundheitsökonomische und ethische Aspekte dieses Themas Expertinnen aus der Pflege: Dr. Adelheid Weßling, KOM Consulting, Prof. Dr. Birgit Wilkes, Technische Hochschule Wildau, Petra Burkert, Renafan GmbH und Birgit Gebhardt, Zukunftsforscherin und Trendexpertin. Es moderiert Prof. Dr. Martin Heckelmann von der Technischen Hochschule Nürnberg. 

      Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit ist mit mehr als 8.000 Entscheidern aus Gesundheitswirtschaft und Politik die jährliche Leitveranstaltung der Branche. Der 19. Hauptstadtkongress findet vom 8. bis 10. Juni 2016 im CityCube Berlin statt. 

    • 20.04.2016 - Wird Deutschland zum Digitalisierungsgewinner? - Rürup über Industrie 4.0

      Der Ökonom und frühere Regierungsberater Bert Rürup befürchtet eine weitere Verschärfung der Finanzierungskrise des deutschen Sozialversicherungssystems durch die Digitalisierung: Vieles spricht dafür, dass es im Zeitalter der Industrie 4.0 zu einem Rückgang des Anteils der sozialversicherungspflichtigen Löhne am Volkseinkommen kommen wird. Wenn sich der Niedriglohnsektor weiter ausbreitet, wenn dauerhafte Arbeitsverhältnisse weiterhin seltener werden und wenn internetbasiertes Arbeiten zunehmend zum Schlupfloch in der Sozialversicherung wird, dann drohe die größtenteils auf Arbeitnehmereinkommen beruhende Finanzierungsbasis der GKV noch weiter zu erodieren. Rürup bringt deshalb die Idee einer Wertschöpfungsabgabe in die Debatte ein – die Möglichkeit, die Arbeitgeberanteile nicht wie bisher an der sozialversicherungspflichtigen Lohnsumme, sondern an der gesamten, zunehmend kapitalintensiv erzeugten Wertschöpfung zu bemessen. Ob Deutschland zum „Digitalisierungsgewinner“ werden kann, hänge davon ab, ob es der Politik gelinge, eine zeitliche und räumliche Flexibilisierung von Erwerbsarbeit und die Ausbreitung neuer Erwerbsformen zu ermöglichen, so Rürup.

      Prof. Dr. Dr. h. c. Bert Rürup, Präsident des Handelsblatt Research Institute, wird seine Thesen auf dem Hauptstadtkongress im Juni in Berlin unter dem Titel „Industrie 4.0 und die Zukunft des Gesundheitswesens“ vorstellen und anschließend mit Prof. Dr. Dr. Karl W. Lauterbach, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag, darüber diskutieren. Moderiert wird der Ideenstreit von Prof. Dr. Johann-Matthias Graf von der Schulenburg, Ordinarius für BWL an der Leibniz Universität Hannover und Sprecher des Center for Health Economics Research Hannover.

      Das Thema Finanzierung des Gesundheitswesens ist Gegenstand einer weiteren großen Diskussionsveranstaltung auf dem Hauptstadtkongress: Unter dem Titel „Die Bundestagsrunde: Die Zukunft der Finanzierung des Gesundheitswesens“ diskutieren die gesundheitspolitischen Sprecherinnen der Bundestagsfraktionen Maria Klein-Schmeink, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Hilde Mattheis, SPD-Fraktion, und Maria Michalk, CDU/CSU-Fraktion, mit Dr. Karsten Neumann vom  IGES Institut.

      Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit ist mit mehr als 8.000 Entscheidern aus Gesundheitswirtschaft und Politik die jährliche Leitveranstaltung der Branche. Der 18. Hauptstadtkongress findet vom 10. bis 12. Juni 2015 im CityCube Berlin statt.

      Wenn Sie als Journalist/in am Kongress teilnehmen möchten, schreiben Sie bitte eine E-Mail an pressewiso-gruppe.de - bitte mit Angabe des Mediums, für das Sie berichten möchten.

    • 12.04.2016 - Cyber-Risiken im Krankenhaus: Wie Kliniken das unterschätzte Problem meistern können

      Als Anfang Februar der Zentralrechner zweier Krankenhäuser in Düren von Schadsoftware befallen wird, können die Probleme noch binnen sieben Stunden behoben werden. Doch wenig später erwischt es eine Aachener Klinik: Alle EDV-Systeme müssen heruntergefahren werden. Die Notaufnahme bleibt tagelang geschlossen.

      Nur zwei Tage später wird ein Neusser Klinikum Opfer einer Cyber-Attacke: Herzinfarkt-Patienten müssen an andere Krankenhäuser verwiesen werden, ein Teil der OPs wird absagt. "Wir arbeiten derzeit im Notfallbetrieb", so ein Sprecher. 

      Kurz darauf in einem Krankenhaus in Arnsberg: Auf einem Computer wird Schadsoftware entdeckt und das komplette System muss heruntergefahren werden. Außer Notfällen können zwei Tage lang keine neuen Patienten aufgenommen werden. Befunde müssen persönlich, per Telefon oder Fax übermittelt werden. 

      Nach Medienberichten sind im Februar 2016 auch Krankenhäuser in Mönchengladbach, Kleve, Kalkar, Essen und Köln betroffen. In Aachen trifft es sogar einen Zentralrechner für 60 Kliniken und Altenpflegeeinrichtungen. 

      Zu Schaden kommt glücklicherweise in keinem der Fälle jemand, Patientendaten bleiben gesichert. 

      Bereits im vergangenen Sommer konnte ein deutscher IT-Spezialist per Hack in einem süddeutschen Krankenhaus das Narkosegerät eines großen Herstellers übernehmen. Via Laptops konnte er die Beatmung stoppen und alle Funktionen blockieren. Es war ein Test, Auftraggeber das Krankenhaus! 

      Wie Krankenhäuser der Verwundbarkeit ihrer IT-Systeme besser vorbeugen können, das zeigt eine Veranstaltung auf dem Hauptstadtkongress 2016 auf: „Sicher durch's Netz: Management von Cyber-Risiken im Krankenhaus“, lautet der Titel. Auf dem Podium: Detlev Hrycej, Geschäftsführer der Ecclesia Versicherungsdienst GesmbH, Dr. Thomas W. Beushausen, Ärztlicher Direktor des Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult, Frank Rustemeyer, Director der HiSolutions AG, Andreas Dahm-Griess, Mitglied der Geschäftsführung der itsc GmbH und Patrick Postel, Geschäftsführender Gesellschafter der Silpion IT-Solutions GmbH. 

      Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit ist mit mehr als 8.000 Entscheidern aus Gesundheitswirtschaft und Politik die jährliche Leitveranstaltung der Branche. Der 19. Hauptstadtkongress findet vom 8. bis 10. Juni 2016 im CityCube Berlin statt. 

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    • 07.04.2016 - Zankäpfel in der Pflege: Pflegeberufe und Pflegekammern entzweien die Pflegebranche

      Im Bereich der Pflege, in dem rund eine Million Menschen arbeiten, erhitzen derzeit zwei brisante Themen die Gemüter.

      Mit dem für 2018 geplanten Pflegeberufegesetz, das die Zusammenlegung der Kranken-, Kinder- und Altenpflege zu einer generalistisch ausgerichteten Pflegeausbildung vorsieht, soll das Berufsbild Pflege attraktiver gemacht werden. Doch der Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Gröhe ist äußerst umstritten. Rund 30 Verbände, darunter viele Patientenorganisationen und medizinische Fachgesellschaften, sowie etwa 2.500 Einzelpersonen haben bereits eine Resolution gegen den Entwurf unterzeichnet und fordern ein Moratorium. Mehrere Ausschüsse des Bundesrates empfahlen im Februar ebenfalls einen Aufschub des Gesetzes um ein Jahr, damit der Entwurf nachgebessert werden könne. Und die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens stellt sich gegen das gesamte Gesetz und befürchtet sogar, dass die ambulanten Pflegedienste sich künftig aus der Ausbildung zurückziehen würden.

      Der Streit wird auf dem Hauptstadtkongress in Berlin fortgesetzt: In der Veranstaltung mit dem Titel „Das neue Pflegeberufegesetz: Altenpflege ade? Generalistik im Wartestand“ diskutieren Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek aus dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ministerin Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen, Peter Bechtel, Pflegedirektor am Universitäts-Herzzentrum Freiburg und Vorsitzender des Bundesverbandes Pflegemanagement, und Peter Dürrmann, Geschäftsführer der Seniorenzentrum Holle GmbH und Bundesvorsitzender des Deutschen Verbandes der Leitungskräfte von Alten- und Behinderteneinrichtungen.

      Heftigen Streit gibt es nach wie vor auch um Pflegekammern: Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein haben bereits per Gesetz eingerichtete Pflegekammern, in denen Beschäftigte aus den Pflegeberufen obligatorisch Mitglied sind. Niedersachsen plant ebenfalls eine Kammer. In Hamburg jedoch sprach sich bei einer Befragung eine Mehrheit der Pflegerinnen und Pfleger dagegen aus. Im Internet zeugen Kampagnen für weitere Kammern von der aufgeheizten Stimmung an der Basis.

      Pro und contra des kontroversen Themas diskutieren auf dem Hauptstadtkongress Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, und Thomas Greiner, Präsident des Arbeitgeberverbandes Pflege, in der Veranstaltung „Pflegekammer pro und contra“.

      Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit ist mit mehr als 8.000 Entscheidern aus Gesundheitswirtschaft und Politik die jährliche Leitveranstaltung der Branche. Der 19. Hauptstadtkongress findet vom 8. bis 10. Juni 2016 im CityCube Berlin statt.

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