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Pressemitteilung

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Innovationen im Gesundheitssektor: Die Zukunft der Gesundheit kommt nach Berlin

07.06.2016

Am morgigen Mittwoch beginnt im Berliner CityCube zum neunzehnten Mal der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit, der größte Kongress für Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft in Deutschland. Für drei Tage treffen mehr als 8.000 Entscheidungsträger aus Politik, Kliniken, Gesundheitswirtschaft, Ärzteschaft, der medizinischen Forschung, Pflege und von Kostenträgern zu der jährlichen Leitveranstaltung der Branche zusammen. Bei etwa 200 Einzelveranstaltungen werden über 600 Referentinnen und Referenten auftreten. 

Der Hauptstadtkongress hat sich in diesem Jahr das Leitthema „Innovationen“ gegeben. Schon bei der Eröffnung des Kongresses steht dies im Fokus, wenn Prof. Dr. Bertram Häussler vom IGES-Institut „die großen Erfolge von Medizin und Gesundheitsversorgung“ resümiert und Prof. Dr. Detlev Ganten, der Vorsitzende des Charité-Stiftungsrats den Blick auf "die großen Hoffnungen der Medizin für die Gesundheit“ richten wird. 

In einer Lecture wird der in der Fachwelt gefeierte Star der regenerativen Medizin, Prof. Dr. Anthony Atala, Direktor des Wake Forest Institute for Regenerative Medicine, Winston-Salem/USA, über die künstliche Erzeugung von menschlichem Gewebe und Organen für die Transplantationsmedizin sprechen. Derzeit stirbt alle 30 Sekunden ein Patient an einer Krankheit, die mit Gewebeersatz oder einer Transplantation hätte behandelt werden können – die Zahl freiwilliger Spender ist zu gering. Im Labor erzeugte Implantate könnten helfen und viele Menschenleben retten. Erste Patienten leben bereits mit im Labor erzeugten Implantaten, wie etwa einer Harnblase, einer Vagina oder Blutgefäßen. Atala arbeitet nun daran, Organe mittels 3D-Drucks zu erzeugen. 

Auch in der Pflege sind Innovationen ein zunehmend wichtiges Thema – schon macht das Schlagwort der „Pflege-Robotik“ die Runde. So kann der Prototyp eines Roboters Heimbewohnern nicht nur Wasser ausschenken, sondern per Gesichtserkennung auch für jeden Einzelnen die getrunkene Menge registrieren. Die Geruchssensoren eines anderen Systems melden Inkontinenzereignisse an die Stationsleitung. Und ein japanischer Roboter kann bereits Patienten aus dem Bett heben und zur Toilette bringen. Können Roboter helfen, den Pflegenotstand zu entschärfen? Wie wäre das unter ethischen Kriterien zu beurteilen? Auch darüber wird auf dem Hauptstadtkongress und dem unter seinem Dach stattfindenden Deutschen Pflegekongress diskutiert. 

Das ebenfalls unter dem Dach des Hauptstadtkongresses stattfindende Deutsche Ärzteforum widmet sich Innovationsthemen, wie eHealth, Digitalisierung, Molekularer Medizin oder den hoffnungsträchtigen Erfolgen in der Onkologie, wo Präzisionsmedizin und Immuntherapie einen Durchbruch im Kampf gegen den Krebs bringen könnten. Derartige zum Teil sehr kostenintensive Therapien werfen aber – genau wie neue bildgebende Diagnostik durch Positronenemissionstomographie oder Magnetic Particle Imaging – auch wirtschaftliche Fragen auf: Wie fördert man Innovationen? Wie gelangen sie möglichst schnell zum Patienten? Wie können Innovationen gerecht und transparent bewertet werden, um zu entscheiden, ob das Solidarsystem für sie aufkommt? Dazu gehen die Positionen von Experten immer häufiger weit auseinander. 

Auf dem dritten im Rahmen des Hauptstadtkongresses stattfindenden Fachkongress, dem Managementkongress Krankenhaus Klinik Rehabilitation, geht es vor allem um „Medizin 4.0“: Welche Kliniken werden Gewinner sein im Prozess der Digitalisierung? Im Blickpunkt stehen wird auch die Veröffentlichung des Krankenhaus Rating Reports 2016 des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung, der wie immer auf dem Hauptstadtkongress vorgestellt wird. Der Report untersucht alljährlich die finanzielle Lage der deutschen Kliniken. 

Traditionell ist die aktuelle Gesundheitspolitik Thema bei vielen Veranstaltungen des Hauptstadtkongresses. In diesem Jahr zählen dazu: das Krankenhausstrukturgesetz, das Antikorruptionsgesetz, das Präventionsgesetz, die Pflegestärkungsgesetze I und II, das Pflegeberufegesetz und das eHealth-Gesetz. 

Weitere Höhepunkte sind: 

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, MdB, stellt sich Fragen zu Gesundheitsvorsorge, Prävention, Arbeitsschutz und demografischer Entwicklung. 

Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz, MdB, gibt im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung in einem neuen Interviewformat auf der Bühne Auskunft zu den gesundheitspolitischen Konzepten der Bundesregierung. 

Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, stellt sich den Fragen eines Journalisten zu den wichtigsten aktuellen Themenfeldern der Gesundheits- und Sozialpolitik. Schwerpunktthemen werden unter anderem die Sicherung der Versorgung in ländlichen Gebieten und die Situation im Bereich stationärer und ambulanter Pflege sein. 

Eine Bundestagsrunde mit den gesundheitspolitischen Sprecherinnen der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU, SPD und Grünen, Maria Michalk, MdB, Hilde Mattheis, MdB, und Maria Klein-Schmeink, MdB, diskutiert die Zukunft der Finanzierung des Gesundheitswesens. 

Der Leiter des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen, Dr. Christof Veit, zieht eine Zwischenbilanz zu Qualitätskriterien für Leistungserbringer und Pay-for-Performance. 

Der G-BA-Vorsitzende, Prof. Josef Hecken, erläutert, wie der Milliardentopf des Innovationsfonds verteilt wird. 

Prof. Dr. Bert Rürup warnt vor einer Aushöhlung der Finanzierungsbasis der Sozialversicherungen, denn vieles spricht dafür, dass es im Zeitalter der Industrie 4.0 zu einem Rückgang des Anteils der sozialversicherungspflichtigen Löhne am Volkseinkommen kommen wird. Rürup diskutiert seine Ideen auf der Bühne des Hauptstadtkongresses mit Prof. Dr. Karl Lauterbach, MdB.