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„Medizin 4.0“: Wie können Kliniken von der 4. Industriellen Revolution profitieren?

04.05.2016

Der Chirurg sieht während der endoskopischen Operation auf einem Bildschirm, was er tut. Eine Stimme aus dem Computer sagt ihm, welchen OP-Schritt er jeweils auszuführen hat und was dabei zu beachten ist. Nähert er sich mit dem sensorbestückten Instrument einem sensiblen Punkt im Körper des Patienten, warnt die Stimme vor möglichen Kunstfehlern. Solche digitalen OP-Management-Systeme werden seit kurzem in Kliniken eingeführt. Vor allem helfen sie jungen Operateuren, schnell die Exzellenz erfahrener Kollegen zu erreichen. Die Qualitätsdaten der Klinik steigen dadurch nachweisbar. Und damit letztlich die Chancen auf schwarze Zahlen in der Krankenhausbilanz.

Doch deutsche Krankenhäuser sind bei der Digitalisierung eher zögerlich: So sind Kliniken im europäischen Ausland etwa bei der elektronischen Übermittlung von Befunden, Patientenbriefen und Laborergebnissen an Ärzte, Krankenkassen oder andere Gesundheitsdienstleister deutlich weiter, wie eine Studie im Auftrag der EU-Kommission vor zwei Jahren befand. Nur sechs Prozent der deutschen Kliniken mit Akutversorgung waren zu diesem Zeitpunkt mit anderen Akteuren des Gesundheitswesens vernetzt. In Dänemark, Island und Schweden sind hingegen gut 50 Prozent der Krankenhäuser in ein übergreifendes IT-Gesundheitsnetzwerk eingebunden.

Durch die konsequente Nutzung digitaler Technologien ließen sich erhebliche Effizienzreserven heben, sagen Fachleute. Nach einer Untersuchung meinen beispielsweise 83 Prozent der Führungskräfte, das Einkaufswesen ihrer Klinik könne von den Möglichkeiten der Digitalisierung profitieren – ein Indiz dafür, in wie vielen deutschen Kliniken es noch gang und gäbe ist, Verbrauchsgüter personalintensiv per Telefon zu bestellen. Nur 28 Prozent der deutschen Krankenhäuser besitzen bereits eine umfassende Strategie, wie sie Chancen und Herausforderungen der digitalen Transformation in der Gesundheitswirtschaft begegnen wollen, so eine Untersuchung aus dem vergangenen Jahr.

Unter dem Titel „Medizin 4.0 krempelt Krankenhäuser um: Gewinner und Verlierer“ wird es Thema beim Hauptstadtkongress im Juni in Berlin sein, wo die deutschen Klinkiken stehen und wohin sie gelangen müssen. Das diskutieren: Dr. Jens Peukert, Vorstandsvorsitzender der Lohfert & Lohfert AG, Tomas Pfänder, Mitglied des Vorstands der UNITY AG, Dr. Michael Philippi, Mitglied des Vorstands der Sana Kliniken AG, Andreas Schlüter, Geschäftsführer der Klinikum Westfalen GmbH, Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Dr. Gerhard M. Sontheimer, Vanguard AG, und Dr. Gunter Trojandt, Geschäftsführer der Surgical Process Institute Deutschland GmbH. Moderiert wird die Session von Prof. Heinz Lohmann, wissenschaftlicher Leiter des Kongresses Krankenhaus Klinik Rehabilitation. 

Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit ist mit mehr als 8.000 Entscheidern aus Gesundheitswirtschaft und Politik die jährliche Leitveranstaltung der Branche. Der 19. Hauptstadtkongress findet vom 8. bis 10. Juni 2016 im CityCube Berlin statt.