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Corona bringt das ohnehin volle Fass zum Überlaufen

27.04.2021

Nach gut einem Jahr Corona-Krise ist die Stimmung unter den Pflegekräften in Deutschland am absoluten Tiefpunkt angelangt. „Die Situation hat sich durch die Corona-Pandemie noch einmal verschärft“, sagt auch Vera Lux, Pflegedirektorin der Medizinischen Hochschule Hannover und wissenschaftliche Leiterin des Deutschen Pflegekongresses, der unter dem Dach des Hauptstadtkongresses Medizin und Gesundheit stattfindet. „Angesichts der dritten Welle der Corona-Pandemie macht sich die Verzweiflung breit. Pflegekräfte sind am Limit“.

Die Pandemie führt deutlicher als je zuvor vor Augen, dass die Ressourcen des deutschen Gesundheitswesens endlich sind. „Betten und Beatmungsgeräte alleine reichen eben nicht für die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung, sondern es braucht ausreichend qualifiziertes Pflegepersonal“, betont Lux. Der Berufsstand habe auch schon vor der Pandemie über eine extreme Arbeitsbelastung und eine nicht angemessene Bezahlung geklagt. Überlange Schichten und durchgearbeitete Wochenenden durch Corona kamen nun noch obendrauf.

Pflegekräfte fühlten sich von der Politik im Stich gelassen, weiß sie. So seien Arbeitsschutzgesetze in der Pandemie zeitweise ausgesetzt worden, was es möglich gemacht habe, länger als zulässig zu arbeiten. Dazu kam die fehlende Schutzausrüstung. Lux fordert nun deutlich mehr Engagement seitens der Politik für eine bessere Personalausstattung in allen Bereichen der Pflege. So müssen etwa dringend eine verbindliche Personalbemessung eingeführt werden. Das vom Deutschen Pflegerat, ver.di und der Deutschen Krankenhausgesellschaft Anfang 2020 vorgestellte Personalbemessungsinstrument PPR 2.0 liege aber auf Halde, kritisiert sie. Der Forderungskatalog umfasst aber auch moderne Arbeitszeitmodelle und eine der Qualifikation angemessene Bezahlung und Aufgaben(-erweiterung) im Rahmen der Substitution und nicht nur der Delegation.
Personalgewinnung und Personalbindung, Aus-, Fort- und Weiterbildung und die Akademisierung der Gesundheitsberufe, aber auch eine mögliche neue Rollenverteilung unter den Professionen Medizin und Pflege stehen beim Hauptstadtkongress 2021 daher weiterhin im Fokus. Entscheider und Verantwortungsträger der Pflege setzen sich intensiv mit den politischen Entscheidungen sowohl in der ambulanten und stationären (Langzeit-)Pflege als auch in den Kliniken auseinander.


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Weitere Infos finden Sie laufend unter www.hauptstadtkongress.de