Loading

Newsletter

Auf dem Laufenden bleiben

Dauerärgernis Rettungsstellen – ist Abhilfe bald in Sicht?

17.02.2020

Lange Wartezeiten, wenig Informationen, offensichtlicher Personalmangel und gereizte Mitarbeiter: Von den Zuständen in den Rettungsstellen der Krankenhäuser sind Patienten oft genervt.

Die Zahlen sind eindeutig: 20 bis 25 Millionen Menschen lassen sich jährlich in Rettungsstellen oder Notaufnahmen behandeln, wobei längst nicht jeder ein medizinischer Notfall ist: Jeder zweite bis dritte Patient könnte genauso gut von einem niedergelassenen Arzt oder in der ambulanten Notfallversorgung behandelt werden. Für viele Patienten ist der direkte Weg in die Rettungsstellen der Krankenhäuser aber der bequemere, nicht zuletzt oft auch wegen noch längerer Wartezeiten auf einen Termin beim niedergelassenen Facharzt.

Das Bundesgesundheitsministerium hat Anfang des Jahres einen Referentenentwurf für eine Notdienstreform vorgelegt. Hiernach sollen Rettungsdienste, niedergelassene Mediziner und Kliniken verpflichtet werden, die Notfallversorgung künftig aus einer Hand zu gewährleisten: Patienten sollen bereits am Telefon in die angemessene Versorgungsebene gesteuert werden. Die zentrale Lotsenfunktion soll ein Gemeinsames Notfallleitsystem übernehmen, das in lebensbedrohlichen Notsituationen unter der bekannten Rufnummer 112 und in allen anderen Fällen unter der Rufnummer der KVen 116117 rund um die Uhr erreichbar ist. „Unnötiges Warten im Krankenhaus passe nicht zu einem der besten Gesundheitssysteme der Welt“, betonte Bundesgesundheitsminister Spahn.

Ob die Reform des Notdienstes gelingen kann und welche - auch kompetenzrechtlichen - Hemmnisse einem Erfolg entgegen stehen könnten, wird beim Hauptstadtkongress 2020 in zwei Veranstaltungen aus jeweils unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet: Beim Managementkongress Krankenhaus Klinik Rehabilitation steht das Thema bereits am ersten Kongresstag auf dem Programm: „Alle an einem Strang: Die Zukunft der Notfallversorgung“ lautet der Veranstaltungstitel. DasDeutsche Ärzteforum folgt am zweiten Kongresstag mit der Session „Eine Reform mit weitreichenden Folgen: Zur Neuorganisation der Notfallversorgung – gemeinsamer Tresen versus 3. Sektor“. In beiden Veranstaltungen ist mit kontroversen Diskussionen zu rechnen und sicher auch mit einer Prognose, ob der Gesetzentwurf aus dem Hause Spahn geeignet ist, ein jahrelanges Problem dauerhaft zu lösen – im Interesse der Patienten.