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Gesundheitsministerin Warken beim Hauptstadtkongress: „Wir haben bei den Reformen keine Zeit zu verlieren“ 

  • Ministerin Warken plädiert für enge Einbindung von Beteiligten bei Reformen 
  • Rund 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Hauptstadtkongress erwartet 

Berlin, 25. Juni 2025 – Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit (HSK) ist das zentrale Treffen der Gesundheitsbranche in Deutschland, auf dem zahlreiche aktuelle Themen der Gesundheitspolitik diskutiert werden. Am heutigen Mittwoch eröffnete der dreitägige Kongress, zum dem rund 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Bereichen der Gesundheitswirtschaft sowie aus Wissenschaft und Politik erwartet werden. 

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, seit genau 50 Tagen im Amt, betonte in ihrer Ansprache, dass mit Blick auf die anstehenden Gesundheitsreformen „keine Zeit mehr zu verlieren“ sei. Ebenso bekräftigte sie, auf dem Reformweg – wie etwa bei der geplanten Einführung eines Primärarztsystems – den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten sowie der Gesundheitsbranche besonderes Gehör zu schenken. „Wir werden gut zuhören, was die Beteiligten zu sagen haben, wo sie Risiken und Chancen sehen. Denn gut zuhören und den Dialog suchen, das ist etwas, was in den vergangenen Jahren, so habe ich den Eindruck, keine Selbstverständlichkeit war. Aber danach möchte ich gerne handeln“, so die Ministerin. Auch das Thema Finanzen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der Pflegeversicherung steht für Nina Warken ganz oben auf der Agenda. 

Finanzierung Krankenhaustransformationsfonds: nur eine „Übergangsfinanzierung“ 

Die anteilige Finanzierung des Krankenhaustransformationsfonds aus dem „Sondervermögen Infrastruktur“ hält Nina Warken für „sachgerecht“. Es handele sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht allein den Beitragszahlern aufgebürdet werden könne. Zudem entlaste dies die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ab 2026 jährlich um 2,5 Milliarden Euro in den nächsten zehn Jahren. 

Warken bezeichnete dies als einen wichtigen Schritt, schränkte aber ein: „Ob er ausreicht, werden wir sehen müssen. Wir können damit den Finanzdruck kurzfristig etwas mildern, aber wir werden ihn nicht lösen können. Es handelt sich um Übergangsfinanzierungen. Sie bauen eine Brücke, bis nachhaltige Finanzierungsmodelle und wirksame Strukturreformen greifen können“, erklärte Warken. 

Warken zur GKV-Expertenkommission: „Wir brauchen schon früher Ergebnisse“ 

Die strukturellen Finanzierungsprobleme in der GKV und der Pflege wolle die Gesundheitsministerin unmittelbar angehen. „Unser Ziel ist, eine Balance zu finden zwischen den Einnahmen und den Ausgaben“, so Warken. Mit Blick auf die GKV verwies Nina Warken auf eine Expertenkommission, die laut Koalitionsvertrag bis 2027 Vorschläge für eine Stabilisierung der Beitragssätze erarbeite. „Aber das ist mir eindeutig zu spät. Wir brauchen schon deutlich früher Ergebnisse. Diesen Auftrag habe ich auch so klar an die Kommission gegeben. Für die Pflegeversicherung wird bereits Anfang Juli die Bund-Länder-Arbeitsgruppe zusammentreten und die Ergebnisse sollen Ende dieses Jahres vorliegen“, sagte Warken. 

Strukturreformen seien in doppelter Hinsicht wichtig. Sie würden die Effizienz heben und gleichzeitig die Kosten dämpfen. „Unser Ziel ist eine gute, bedarfsgerechte und bezahlbare Gesundheitsversorgung und Pflege für alle, und zwar flächendeckend in der Stadt wie auf dem Land, unabhängig von der Postleitzahl“, erklärte Warken. 

Einführung Primärarztsystem: Transformationsprozess wird Zeit brauchen 

Mit Blick auf die Einführung eines Primärarztsystems, das im Koalitionsvertrag vorgesehen ist, betonte Ministerin Warken, dass sie das zwar ebenfalls schnell angehen wolle. „Aber das braucht natürlich, anders als man in der öffentlichen Debatte gemeint hat, einen Transformationsprozess.“ Daher sei dies auch eine längerfristige Maßnahme. 

Sie sehe in der Maßnahme aber ein doppeltes Potenzial. Es könnten Kosten eingespart werden, beispielsweise durch eine Vermeidung von Doppel- und Mehrfachuntersuchungen oder durch eine schnellere Behandlung in der zuständigen Facharztpraxis. Zugleich würden die Versorgungsqualität und damit auch die Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten gestärkt. „Um diese Ziele nicht zu gefährden, werden wir bei diesem hochkomplexen Vorhaben sehr sorgfältig vorgehen und den Gesetzentwurf gut abstimmen“, sagte Warken, und verwies dabei auf eine enge Abstimmung mit allen Beteiligten. 

Wolfgang van den Bergh: Klares Signal von Frau Warken an die Branche 

Wolfgang van den Bergh, wissenschaftlicher Leiter des Hauptstadtforums Gesundheitspolitik auf dem Hauptstadtkongress Medizin & Gesundheit, zeigte sich erfreut über den neuen Führungsstil im Gesundheitsministerium: „Die Gesundheitsministerin hat ein klares Signal an die Branche gegeben, sie eng bei den anstehenden Reformvorhaben einzubeziehen und der Gesundheitswirtschaft den Stellenwert als Leitwirtschaft zu geben“, sagt van den Bergh. 

Partnerland auf dem HSK: Österreich 

Neu auf dem HSK: Künftig soll ein europäisches Partnerland besondere Aufmerksamkeit auf dem Kongress bekommen, um den Austausch zu vertiefen. Den Anfang macht in diesem Jahr Österreich. Dr. Katharina Reich vom Österreichischen Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz wies darauf hin, dass Deutschland und Österreich vor ähnlichen Herausforderungen im Gesundheitswesen stünden. In Österreich wolle man Strukturen komplett neu denken. Bereits seit 2013 legten Bund, Länder und Sozialversicherung gemeinsame Ziele für das Gesundheitssystem vertraglich fest. Für den aktuell geltenden Vertrag laute die Devise: „digital vor ambulant vor stationär“. 

Hauptstadtkongress: rund 5.000 Besucherinnen und Besucher erwartet 

Auf dem Hauptstadtkongress stehen 2025 rund 90 Panel-Diskussionen und Vorträge auf dem Programm. Zusätzlich gibt es weitere Spezialformate, wie zum Beispiel 11 Satellitensymposien, 42 Veranstaltungen im Ausstellungsforum, 6 Start-Up-Speakerslots sowie 3 Sessions beim Ethischen Café. Ein besonderer Höhepunkt ist am dritten Kongresstag die Verleihung des Innovationspreises durch den HSK-Veranstalter WISO Consulting gemeinsam mit dem Springer Medizin Verlag. Der Preis würdigt in diesem Jahr interdisziplinäre oder interprofessionelle Teams mit erfolgreichen Projekten, die sich seit mindestens drei Jahren in der täglichen Praxis bewährt haben und fest im klinischen Alltag etabliert sind. Drei Finalisten präsentieren ihre Projekte live – das Publikum entscheidet per Online-Voting über die Platzierungen. Insgesamt nehmen circa 450 hochkarätige Referentinnen und Referenten am HSK 2025 teil, zudem werden rund 5.000 Kongressbesucherinnen und -besucher erwartet. 

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Hier finden Sie Bildmaterial vom Kongress (frei verwendbar durch Medien): 

Pressekontakt: 

Hubertus von Barby 

presse@wiso-consulting.de 

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