3 FRAGEN AN
Michael Franz
Executive Relations, DMI GmbH & Co. KG
„Datenschutz ist kein Gegner von Innovation“
Viele Kliniken digitalisieren derzeit unter hohem Zeit- und Kostendruck. Wo sehen Sie konkrete Schwachstellen beim Datenmanagement in deutschen Krankenhäusern?
Viele Kliniken digitalisieren gerade mit enormem Druck – unter anderem durch das KHZG. Das Problem ist allerdings, dass oft einzelne Prozesse digital werden, aber die Daten verteilt bleiben. Für das Management heißt das: Man sieht nicht schnell genug, was wirklich passiert und übergreifende Prozesse scheitern oft. Genau da beginnt Datensouveränität: Daten müssen vertrauenswürdig, integer und verkehrsfähig sein.
Digitalisierung und KI sollen das Gesundheitswesen effizienter und vernetzter gestalten. Doch Datensilos, fehlende Standards und Datenschutzauflagen bremsen vielerorts den Fortschritt. Was muss sich ändern, damit digitale Anwendungen und KI ihr Potenzial entfalten können?
Gerade künstliche Intelligenz wird nur dann helfen, wenn die Datenbasis stimmt. Schlechte, unvollständige oder nicht anschlussfähige Daten machen keine gute KI, sondern leider potenziell neue Risiken. Deshalb brauchen Krankenhäuser verlässlich erfüllte Standards, rechtssichere Datenräume und mehr Kontrolle über ihre eigenen Informationen. Datenschutz ist dabei kein Gegner von Innovation. Richtig organisiert und nachgewiesen ist er die Grundlage dafür, dass KI überhaupt vertrauenswürdig eingesetzt werden kann.
Kann Deutschland beim Thema Gesundheitsdaten international noch aufholen oder ist der Vorsprung anderer Länder inzwischen zu groß?
Ja, Deutschland kann aufholen – allerdings nicht, wenn wir weiter lauter Einzellösungen bauen. Wir haben starke engagierte Kliniken, sehr viel Erfahrung und wertvolle Daten. Was fehlt, ist der flächendeckende Einsatz eines „Ordnungssystems für Datensouveränität“ wie es zum Beispiel mit der Mission XQT angestrebt wird. Wenn das Krankenhaus-Management das jetzt strategisch angeht, kann Deutschland nicht nur aufholen, sondern bei vertrauenswürdigen Gesundheitsdaten eine europäische Alleinstellung anführen. Alle, die da gerne mitwirken möchten, sind hier eingeladen: XQT ENTSCHEIDERFORUM am Hauptstadtkongress.
